03.01.2012, 15:58 Uhr
Von Katharina Ritzer
BAYREUTH. Was für eine Ironie: Da sind die Streusalzlager der Kommunen jetzt prall gefüllt, aber der Winter kommt nicht.
Was für eine Ironie: Da sind die Streusalzlager der Kommunen jetzt prall gefüllt, aber der Winter kommt nicht. Macht nichts, sagen die Verantwortlichen, so bleibt Zeit für Arbeiten, die sonst liegen bleiben.
Erst 400.000 Liter Flüssigsalz haben die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Trockau in diesem Winter versprüht – vor einem Jahr waren es bis Anfang Januar bereits 1,6 Millionen Liter gewesen. Ähnlich sieht es beim klassischen Streusalz aus: 1000 zu 6000 Tonnen ist hier das Verhältnis.
Stopfen unnötig
Dem milden Winter kann der stellvertretende Dienststellenleiter Michael Herbst, der mit seiner Mannschaft für 55 Autobahnkilometer zwischen der Anschlussstelle Hormersdorf und dem Kreuz Bayreuth/Kulmbach zuständig ist, aber viel Positives abgewinnen: Statt die Straße von Schnee und Eis zu befreien, widmen sich die Männer der Pflege der Straßenränder. Und weil es bislang kaum Frost gab, fällt eine zeitraubende Arbeit weg: das Stopfen von Schlaglöchern, das die Autobahnmeisterei im vergangenen Jahr auf Trab hielt.
Zeit für andere Arbeiten hat man auch im städtischen Bauhof Bayreuth. Hauptaufgabe der Mannschaft in diesen Tagen: das Beseitigen von Böller- und Raketenresten aus der Silvesternacht. „Da sind wir noch die ganze Woche beschäftigt“, sagt Horst Zöllner, zuständig für den Winterdienst.
Aus strengen Wintern gelernt
Aus den strengen Wintern der vergangenen Jahre und der Salzknappheit hat man in Bayreuth wie in vielen anderen Kommunen Lehren gezogen: Im Sommer wurde im Bauhof ein weiteres Salzlager gebaut, 300 zusätzliche Tonnen sind dort eingelagert, 1000 Tonnen sind es damit insgesamt.
Was den Kommunen hilft: Schlecht wird das Salz auch bei langer Lagerung nicht. „Nur an der Oberfläche kann sich eine Kruste bilden, aber die lässt sich ganz leicht mit dem Radlader lockern“, erklärt Michael Herbst von der Autobahnmeisterei.
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