28.12.2011, 14:06 Uhr
Von Udo Fürst
GRAFENWÖHR/SPEINSHART. Für 14 Gemeinden und Städte im westlichen Landkreis Neustadt/Waldnaab ist überregionale Zusammenarbeit kein bloßes Lippenbekenntnis. Vielmehr ist es eine erstaunliche Erfolgsgeschichte, mit der die „NEW – Neue Energien West eG“ auf dem Sektor der regenerativen Stromerzeugung in den vergangenen gut zwei Jahren für viele positive Schlagzeilen gesorgt hat.
Mit ihren bisher zwölf Dach-Photovoltaikanlagen und drei Solarparks (Gesamtleistung: 5,63 Megawatt/peak, Gesamtinvestitionen: 14 Millionen Euro) spart die NEW bereits heute 3700 Tonnen CO2 im Jahr ein. Bis zum Jahr 2030 will man den kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien vollzogen haben. Dazu gehört auch der Einstieg in die Windkraft, mit dem sich die Genossenschaft als Nächstes befassen wird.
"Aus der Region für die Region"
Erst vor wenigen Wochen wurde der Solarpark Barbaraberg erweitert; er verfügt nun über eine Gesamtleistung von knapp vier Megawatt. Auf einer Fläche von etwa zehn Hektar breitet sich die Sonnenfabrik im „Solar Valley“ bei Speinshart aus. Vor einem Jahr ging der erste Teil der Anlage mit einer Leistung von 1,8 Mwp ans Netz und Ende November wurde die 2,1 Megawatt große Erweiterung eingeweiht. Es ist bereits die dritte große Freilandanlage der NEW eG binnen eineinhalb Jahren.
Insgesamt hat die interkommunale Genossenschaft, der 14 Kommunen sowie zwei Stadtwerke angehören, allein am Standort Speinshart mehr als 8,5 Millionen Euro in die Energieerzeugungsanlagen der Zukunft investiert. Gewollter Nebeneffekt: Die kompletten Mittel dafür stammen aus der Region, denn die knapp 800 Bürgerinnen und Bürger der Genossenschaft haben zusammen mit regionalen Geldinstituten für die Finanzausstattung gesorgt. „Das entspricht hundertprozentig unserem Motto aus der Region für die Region“, sagt Wolfgang Haberberger, Bürgermeister von Neustadt am Kulm und einer der Vorsitzenden der interkommunalen Genossenschaft.
„Super Sache“
Zusammen mit seinem Kollegen Peter Nößner aus Schwarzenbach ist Haberberger zum Solarpark gekommen, um im Gespräch mit dem Kurier für diese „super Sache“ zu werben, von der immer mehr Menschen in der Region überzeugt seien und begeistert mitmachen würden.
Das erste Großprojekt der NEW eG war der Solarpark im Industriegebiet Döllnitz bei Pressath. Im August 2010 wurde diese Anlage mit 1,3 Megawatt/peak eingeweiht. In diesen Tagen wird auch diese Anlage um 650 kWp Leistung erweitert, was eine Investition von 1,13 Millionen Euro mit sich bringt. Dann werden in Pressath knapp zwei Megawatt Sonnenstrom erzeugt und – wie bei den anderen Anlagen auch – ins Versorgungsnetz der Eon eingespeist. „Damit tragen wir auch dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien im Versorgungsnetz zu erhöhen“, erklärt Nößner. Mit dem regenerativ erzeugten Sonnenstrom der NEW-Anlagen könnten rein rechnerisch schon mehr als 1300 Einfamilienhäuser versorgt werden.
Eigenes Stromnetz
2012 sind PV-Anlagen an Bahnlinien geplant und, als weiteres großes Vorhaben hin zur Zeitenwende, der Einstieg in die Windenergie. „Das ist der nächste logische Schritt, mit dem wir regionale Kräfte und Gelder hier bündeln können“, betont Peter Nößner. Innerhalb von knapp zwei Jahren hat sich die Mitgliederzahl der Genossenschaft verzehnfacht – ein Erfolg, der so nicht vorauszusehen war.
Die beiden NEW-Vorstandsmitglieder Haberberge rund Nößner haben zusammen mit dem Vorsitzenden, Grafenwöhrs Bürgermeister Peter Wächter, und all den anderen Mitstreitern, eine Vision: Bis in spätestens 20 Jahren wollen sie ein eigenes Stromnetz in Betrieb nehmen. Ein sehr ambitioniertes Ziel, dessen sind sich Haberberger und Nößner bewusst. „Aber vor drei Jahren hat auch niemand im Traum daran gedacht, dass innerhalb kürzester Zeit 14 Kommunen, zwei Stadtwerke und 800 Genossenschaftsmitglieder an einem Strang ziehen im Kampf für eine lebenswerte Zukunft“, sagt der Bürgermeister der Kulmstadt.
Foto: Fürst
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| zurück | weiter |
| Singen Sie uns Ihren Lieblingssong vor! 25.05.2012 |