28.12.2011, 11:00 Uhr
Von Alexander Bauer
BAYREUTH. Menschen flanieren mit großen Einkaufstüten über den Marktplatz, im Rotmaincenter ist beinah kein Durchkommen mehr – nein, es ist nicht ein Tag vor Heilig Abend, sondern der erste Einkaufstag nach den Weihnachtsfeiertagen. Die ersten Kunden lösen ihre Gutschein- oder Geldgeschenke ein, tauschen aber auch Geschenke um.
„Die Kinder haben von den Großeltern Geld bekommen, damit sie sich kaufen können, was sie wollen“, sagt Olaf Schulz aus Kulmbach. Zusammen mit seiner Frau und den beiden
Söhnen ist er nach Bayreuth gekommen, um einkaufen zu gehen. „Die zwei Jungs waren schon ganz nervös, ist ja klar, jetzt haben sie Geld, also wollen sie sich auch was
kaufen“, sagt der Familienvater. Geld- und Gutscheingeschenke nehmen in den vergangenen Jahren immer mehr zu und machen mittlerweile ein Viertel aller Geschenke aus, wie Sabine
Köppel, Bezirksgeschäftsführerin des Handelsverbands Bayern, auf Kurier-Anfrage sagt. „Das Schöne an Gutscheinen ist doch, dass man sich damit kaufen kann, was man
will. Bevor man etwas schenkt, dass dem Beschenkten nicht gefällt, sind doch Gutscheine eine gute Idee“, sagt Thorsten Kringer aus Heinersreuth. Er selbst habe zu Weihnachten nur
Gutscheine bekommen und schenke auch meistens nur Gutscheine.
Einkaufsboom kommt noch
Auch bei Karstadt merke man, dass immer mehr Menschen Gutscheine verschenken, wie Thomas Bollmeyer, Geschäftsführer der Karstadt-Filiale, erklärt. „Über das Jahr verteilt werden natürlich auch Gutscheine verkauft, vor Weihnachten gehen aber traditionell viel mehr Gutscheine über den Ladentisch.“ Aber auch das Bayreuther Stattgeld, das es seit Oktober 2010 gibt, werde immer besser angenommen, so Bollmeyer.
Das Weihnachtsgeschäft ist also noch nicht vorbei, im Gegenteil, nach den Weihnachtsfeiertagen geht man nochmals von einem Einkaufsboom aus. „Zwar haben wir Weihnachten abgehakt, also zumindest von der Gestaltung der Filiale, das Weihnachtsgeschäft geht aber bis Anfang Januar auf jeden Fall weiter, vor allem wegen der Gutscheine und Geldgeschenken. Man kann sagen, dass der Umsatz vor Heilig Abend und nach den Weihnachtsfeiertagen auf einem hohen Niveau bleibt“, sagt Bollmeyer.
Fünf Prozent zum Umtausch
Die großen Zeiten des Umtauschens sind heutzutage durch die Geld- und Gutscheingeschenke aber vorbei, wie der Einzelhandelsverband Bayern in einer Pressemitteilung schreibt. Die Umtauschzahlen seien im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter zurückgegangen.
Der Verband geht davon aus, dass in diesem Jahr in Bayern nur noch lediglich fünf Prozent der Geschenke umgetauscht werden, was einen Wert von rund 600 Millionen Euro entspricht. Dabei sei die Zahl der Kleidungsstücke oder Spielsachen niedriger als von vielen Verbrauchern vermutet. Sabine Bezold aus der Nähe von Bayreuth gehört zu den fünf Prozent, die ihr Geschenk umtauschen wollen. „Da hat mein Lebensgefährte sehr großzügig gerechnet mit meiner Kleidungsgröße, jetzt ist der Pullover etwas zu groß ausgefallen“, sagt sie lachend, „das ist aber kein Problem, jetzt tausche ich ihn um und kauf’ ihn eine Größe kleiner. Da sind die Geschäfte meistens kulant bei solchen Umtauschgründen.“
Foto: Harbach
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