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27.12.2011, 21:24 Uhr

 

Kulmbach: Brückenwerk will psychisch Beeinträchtigte wieder ins Arbeitsleben zurückführen

Von Stefan Linß

KULMBACH. Viele Hürden musste der Kulmbacher Verbund der freien Wohlfahrtspflege überwinden. Jetzt dürfen zwölf Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in ihr neues Arbeitsleben starten.

 

Schreiner besorgen den letzten Schliff: Wenn die Handwerker fertig sind, nimmt im Januar das Brückenwerk die Arbeit auf. Foto: Linß

Möglichst stressfrei und ruhig soll die Einarbeitungszeit werden. Erstmals finden an der Psyche erkrankte Menschen in Kulmbach eine Tätigkeit, die sie fordert, aber nicht überfordert, um nach und nach wieder in ein geregeltes Arbeitsleben zurückzukehren. „Die zwölf Mitarbeiter befinden sich krankheitsbedingt in der Arbeitslosigkeit oder sind verrentet. Das Brückenwerk ist ein geschützter Arbeitsbereich, in dem die Menschen eine Tagesstruktur erhalten“, erklärt Jürgen Dippold, der mit Elisabeth Weith den Kulmbacher Verbund der freien Wohlfahrtspflege leitet. Die beiden Geschäftsführer freuen sich, dass die lange geplante Werkstatt im Januar in Ziegelhütten eröffnet wird.

Rückzugsraum schaffen

Noch sind Handwerker mit dem Innenausbau beschäftigt und schleifen beispielsweise das Geländer der Treppe, die zu einem Rückzugsbereich im ersten Stock des Gebäudes führt. „Die Integration ins Arbeitsleben soll möglichst sanft verlaufen“, erklärt Dippold. Die zwölf psychisch beeinträchtigten Menschen sollen Zeit bekommen, sich an die Werkstatt zu gewöhnen und langsam mit den Montage- und Dienstleistungstätigkeiten beginnen. Statt Akkordarbeit und Industriecharakter biete das Brückenwerk eine entspannte Atmosphäre, Ruheräume und Wände mit warmen Farben. „Wir wollen eine Brücke bauen zwischen einer angenehmen Umgebung und einem wirtschaftenden Betrieb“, sagt der Geschäftsführer. Bis die Brücke in das Arbeitsleben in Ziegelhütten endlich stand, mussten Dippold und Elisabeth Weith jedoch viele Hürden überwinden. „Es dauerte rund zehn Jahre bis zur Verwirklichung“, sagt Weith. Die Abstimmungen, Genehmigungen und Förderzusagen nahmen viel Zeit in Anspruch. Schon die Suche nach einem passenden Gebäude zog sich zwei Jahre hin.




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