26.12.2011, 15:33 Uhr
Von Laura Berger
BAYREUTH. Kunst oder Steuerverschwendung? Ein Wandgemälde in der Jura-Fakultät der Uni sorgt derzeit für Furore.
Kunst ist Geschmackssache. Doch derzeit sorgt ein Wandgemälde in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni für Furore. Daran scheiden sich die Geister, wobei die Ablehnung klar überwiegt. Auf dem Campus heißt es darüber: Keine Kunst, Steuerverschwendung – manche fordern gar, das Kunstwerk wieder zu überstreichen.
Der Bau der Rechtswissenschaftlichen Fakultät – gebaut 2009 – wirkt hell, die Eingangshalle sehr geräumig. Gleich rechts neben dem Eingang im Erdgeschoss prangt ein blassrotes Gemälde, das aus breiten Pinselstrichen besteht. Man muss den Kopf recken, um es betrachten zu können, da es sich weit über Augenhöhe befindet. Die Bahnen ziehen sich von der Wand bis unter die freitragende Decke des ersten Stocks und zwischen Türrahmen und Decke entlang.
Ein Widerschein von Ziegelrot
Das abstrakte Kunstwerk „Projektionen“ stammt von dem Künstler Prof. Thomas Bechinger, der Glasgestaltung und Malerei an der Kunstakademie in Stuttgart lehrt. Bechinger ist bekannt dafür, dass er kräftige Farben wählt und sie auch noch dick aufträgt. Auf dem von ihm nachträglich hinzugefügten Erklärungsschild stehen Sätze wie „Ein Widerschein von Ziegelrot dringt ins Foyer – Malerei streift die Architektur – Malerei konstruiert imaginäre Lichtquellen“.
Das Werk soll nach Informationen des Kuriers rund 27.000 Euro kosten. Die Rechnung zahlt nicht die Uni, sondern der Freistaat als Bauherr, der das Kunstwerk ausgesucht hat. Bei dem Gemälde handelt es sich um Kunst am Bau. Dafür gibt der Freistaat regelmäßig wenige Prozente der jeweiligen Baukosten eines Gebäudes aus. Dies gilt für öffentliche Gebäude und somit auch für die Universität.
Kritik gegen Kunstwerk
Das Kunstwerk als solches weiß nicht jeder zu schätzen. „Wir dachten am Anfang, die testen hier Farbe“, sagt die Lehramtsstudentin Laura Mertel. Erst später habe sie bemerkt, dass es Kunst sein soll. Sie kenne niemanden, dem das Kunstwerk gefalle, sagt die 22-Jährige: „Unter uns Studenten sorgt es für jede Menge Gesprächsstoff.“ Ihr persönlich sei es eindeutig zu abstrakt.
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