Freitag 25.05.2012, 12:13 Uhr
E-Mail: Passwort:



18.12.2011, 17:30 Uhr

 

Lainecker fürchten Güterzüge

Von Frank Schmälzle

BAYREUTH. Die Lainecker machen sich Sorgen: Jetzt schon gehen ihnen die Züge auf die Nerven, die allein an der Haltestelle Warmensteinacher Straße 5000 Warnsignale pro Jahr abgeben. Kein Einziges davon, sagen die betroffenen Anwohner, ist wirklich notwendig. Und jetzt droht neues Ungemach: Die Situation werde sich wohl weiter zuspitzen, wenn das Logistikzentrum auf dem Gelände der nahe gelegenen Markgrafenkaserne seinen Betrieb aufgenommen hat.

 

Man muss genau hinschauen, sagt Monika Meusel. Auf dem Bebauungsplan für das Logistikzentrum ist eher am Rande auch eine mögliche künftige Bahnanbindung vorgesehen. Sollte die gebaut werden, würden die Güterzüge auf Schienen entlang der Warmensteinancher Straße durch Laineck rumpeln, per Unterführung die Staatsstraße von Bayreuth in Richtung Weidenberg kreuzen und dann das Logistikzentrum erreichen. „Es ist viel über das Projekt selbst, aber so gut wie gar nichts über diese Bahnanbindung gesprochen worden.“ So viel beredtes Schweigen machen Monika Meusel und andere Anwohner eher misstrauisch.

Von der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik erwarten die Lainecker, dass Alternativen geprüft werden. Ein Ingenieur, der im Stadtteil wohnt, hat eine solche zweite Variante für einen Schienenanschluss des Logistikzentrums entwickelt: Bis zur Firma Bilsheim und auch zur Firma Lyondellbasell, beide an der Weiherstraße gelegen, liegen bereits intakte Schienen. Mit einer Stahlkonstruktion ließe sich die Autobahn überbrücken und das Logistikzentrum von der anderen Seite erreichen.

Durch das Industriegebiet

Stören würde das keine Menschenseele, denn die Erschließung würde durch das Industriegebiet erfolgen. Und dass diese Alternativlösung im Vergleich zur Trasse über Laineck die teurere Variante wäre, ist nach Meinung der dann betroffenen Anwohner keineswegs ausgemachte Sache. „Auch das müsste die Stadt unserer Meinung nach prüfen“, sagt Monika Meusel. So mancher in Laineck fürchtet, dass mit einer Bahnanbindung des Logistikzentrums auch noch die letzten Ruheoasen verloren gehen könnten. Von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends sind jetzt schon Personenzüge des Betreibers Agilis zwischen Bayreuth und Weidenberg unterwegs. „Da passt der Güterverkehr wohl zeitlich kaum mehr dazwischen“, meint Monika Meusel. „Wir müssen also befürchten, dass die Güterzüge dann nachts hier durchrollen.“

Dabei ist die Lärmbelastung durch den Zugverkehr nach Ansicht der Anwohner heute schon so unnötig wie ein Kropf. „Was wir hier erleben, ist ein wahrer Schildbürgerstreich“, sagt Birgit Bühlmeyer. Denn schon einmal hatten die Lainecker gegen die pfeifenden Züge an der Warmensteinacher Straße gekämpft – und das mit Erfolg: Ein Übergang, den ausschließlich ein Bauer viermal im Jahr benutzt hatte, war geschlossen und zur Fußgängerfurt umgebaut worden. An solchen Überwegen müssen Zugführer nicht auf die Hupe drücken. Die Deutsche Bahn, die damals die Strecke bediente, hielt sich daran.

Bürger zogen weg

Pech für die Lainecker: Das Schild mit dem großen P, dass Zugführer dazu anhält, das Pfeifsignal zu betätigen, ist nach wie vor vorhanden. „Und seitdem Agilis jetzt die Strecke bedient, wird wieder regelmäßig gepfiffen“, ärgert sich Birgit Bühlmeyer. In Richtung Friedrichsthal existieren weitere Bahnübergänge, noch wesentlich näher an Wohnhäusern. „Es sind schon Leute entnervt hier weggezogen“, so die Anwohnerin. So weit wollen es Birgit Bühlmeyer, Monika Meusel und die Gruppe engagierter Lainecker für sich nicht kommen lassen. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Bahn“, sagen sie. „Aber wir wollen, dass der Unsinn aufhört und dass bürgerfreundlich geplant wird.“

Auch der evangelische Pfarrer in Laineck, Gottfried Lindner, fordert mehr Transparenz beim Thema Bahnanschluss des Logistikzentrums. Die Bürger sollten darüber aufgeklärt werden, was geplant sei, wann und wie viele Güterzüge fahren. „Man darf die Bürger nicht vor vollendete Tatsachen stellen“, sagt Lindner. Auch bei der Belästigung durch Pfeifsignale müsse eine Lösung gefunden werden.

Mehr zu dem Thema: Lesen Sie in der Montagsausgabe des Kuriers ein ausführliches Statement von der Stadt.  

Foto: Lammel




Artikel posten

Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Shortnews Bookmark bei: Google Bookmark bei: Facebook mit Twitter versenden




Kommentare

Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.


mehr zum Thema
zurück   weiter


KURIER-NEWSTICKER
KURIER-TV
SONDERTHEMEN

Ankommen in Bayreuth

Kurioses

Aus der Schatz-Truhe

Kurier-Eurotrainer

Leser fragen Forscher

BT24 - Die Region von A-Z
null
null
null
BAYERISCHER RUNDFUNK
Rundschau News
BayernwetterVerkehr in Bayern

 




MONEYSPECIAL
Facebook - Twitter - Mobil
DIGITALE BEILAGEN
Modernisieren 2011 Maisels FunRun Kinder-Kurier 05 Biergartenpass 2012 Ku-Leserreisen FZ Baumagazin 2012 Kurier Card BRK Jahrbuch 2010 Bauen und Wohnen Kurier-Baumesse Tschakka-Bay Kurier Card Ratgeber Gesundheit FZ Baumagazin 211 Wonneproppen 2011 Kurier Shop 2011 Weihnachtliches BT Wirtschaft 10 2011 Weihnachtliches BT Ausbildungsmesse in Bayreuth 6.City-Autosalon Pegnitz Ratgeber Gesundheit Service-König 2011 Heimat-Kurier Heimat-Kurier Kurier Shop Bauen u.Wohnen 2011 BBC-Magazin Umwelt u. Energie
Moderni- sieren 05-2012
Maisels FunRun 2012
Kinder-Ku 05-2012
Biergarten- pass 2012
Ku-Leser- reisen 04-2012
FZ Bau- magazin 2012
Ku-Card 03-2012
BRK Jahr- buch 2011
Bauen u. Wohnen 02-2012
Kurier-Baumesse 02-2012
Tschakka- Bay
Genießer- pass 2012
Ratgeber Gesundh. 2012
Faszina- tion 3D 2011
Wonne- proppen 2011
Kurier Shop 2011
Weihnachtl. Bayreuth 2011
Wirtschaft 10-2011
Ortsport. Bindlach 2011
Ausbildungsmesse in Bayreuth
Autosalon Pegnitz 2011
Top-Arbeit- geber
Service- König 2011
VG Mistelbach 05-2011
Heimat-Ku 02-2011
Kurier Shop
Baumesse 2011
BBC- Magazin 2010
Umwelt u. Energie
UMFRAGE

Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?

Klar. So ein Bad gehört einfach in eine Tourismusgegend wie das Fichtelgebirge!
Quatsch. So ein Bad macht nur Minus. Das braucht kein Mensch!
Mir ist es vollkommen egal, was in Fichtelberg passiert!
Info
Medienführerschein
1
KINO-NEWS

WEITERE ONLINEPORTALE

zum Seitenanfang
www.bayreuth.de | www.festspiele.de | www.bt24.de