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16.12.2011, 14:52 Uhr

 

Zahlungsunfähigkeit der Baufirma Easy-Tact betrifft weitere Unternehmen

Von Udo Fürst

SPEICHERSDORF. Die Insolvenz der Speichersdorfer Firma Easy-Tact zieht weitere Kreise. Wie am Donnerstag bekannt wurde, soll die zahlungsunfähige Speichersdorfer Firma mindestens ein weiteres Unternehmen in eine Existenz bedrohende Lage gebracht haben. Dabei handelt es sich um einen am Bau des Speichersdorfer Einkaufszentrums beteiligten Innenausbaubetrieb aus Rheinland-Pfalz.

 

Das Speichersdorfer Einkaufszentrum am Ortsrand läuft bestens. Gebaut wurde es unter anderem von der einheimischen Baufirma easy-tact, die jetzt Insolvenz angemeldet hat. Foto: Fürst

Jürgen Reis, Inhaber eines weiteren Subunternehmens beim Einkaufszentrumbau, glaubt zu wissen, dass Generalunternehmer Easy-Tact eine offene Rechnung von 60.000 Euro „absichtlich nicht bezahlt“ und so die Insolvenz des Unternehmens verschuldet habe.

Wütend und traurig

„Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange“, betont Reis. Er vermutet, dass mindestens ein halbes Dutzend weiterer Betriebe vom Generalunternehmer noch viel Geld bekämen. Sein Vorwurf: „Easy-Tact ist absichtlich in Insolvenz gegangen.“ Er sei wütend und traurig, weil durch die Insolvenz 22 Beschäftigte der Rheinland-Pfälzischen Firma ihren Arbeitsplatz verlören.

Von großen Problemen mit Easy-Tact berichtet auch Matthias Taphorn, Rechtsanwalt des Investors aus Singen, der das Speichersdorfer Einkaufsareal realisiert hat. Sein Mandant habe mit dem Generalübernehmer Easy-Tact einen Pauschalpreisvertrag abgeschlossen und an diesen letztlich sogar mehr als den vereinbarten Schlussbetrag bezahlt.

Auch liege Easy-Tact eine 
Bauhandwerkersicherungsbürgschaft über 100.000 Euro vor, die strittige Nachtragsforderungen des Generalübernehmers gegen den Investor absichere. Nachdem Easy-Tact gutachterlich festgestellte Baumängel nicht abgestellt hatte, habe der Investor der Firma den Auftrag entzogen. Mit den Mängelbeseitigungsarbeiten seien Drittfirmen beauftragt worden. Die Kosten dafür betragen laut Matthias Taphorn voraussichtlich mehrere Hunderttausend Euro. Diese Mehrkosten werde der Investor von Easy-Tact einfordern. „Die Sache muss jetzt wohl vor Gericht geklärt werden“, ist sich der Rechtsanwalt sicher.

"Schuldigen haben Schäfchen im Trockenen"

Unterdessen legt Jürgen Reis nach: „Das Schlimme an dieser vorsätzlichen Insolvenz ist, dass die Schuldigen ihre Schäfchen im Trockenen haben, wohingegen andere Firmen mit reingerissen werden.“

Diesen Verdacht hegt auch Jürgen Vater von der Firma Elektro Hirmer aus Weiden, die auch noch 12.000 Euro von Easy-Tact für Arbeiten am Einkaufszentrum bekommt: „Wir haben Herrn Schulz wegen Betrugs angezeigt, weil er schon bei der Auftragserteilung gewusst hat, dass er nicht zahlen kann.“ Vater wirft aber auch dem Investor eine wenig seriöse Geschäftspolitik vor. Dieser hätte früher auf die Missstände reagieren müssen.

In einer ersten Stellungnahme am Abend kurz vor Redaktionsschluss wies Easy-Tact-Betriebsleiter Siegfried Schulz die Vorwürfe zurück. „Ich werde diese falschen Aussagen entkräften und beweisen, dass wir nichts Unrechtes getan haben, Nicht andere, sondern wir bekommen noch viel Geld für Arbeiten, die ordnungsgemäß erledigt wurden“, sagte Schulz. Der Kurier wird in einer seiner nächsten Ausgaben den Easy-Tact-Betriebsleiter zu Wort kommen lassen.




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