12.12.2011, 21:00 Uhr
BAYREUTH. Frank Castorf (60) hat den Vertrag für die Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen 2013 unterzeichnet. Das bestätigte Festspiel-Pressesprecher Peter Emmerich am Montag dem Kurier.
Das Bühnenbild des neuen „Rings“ übernimmt der Serbe Aleksandar Denic, der sich vor allem als Ausstatter von Filmen wie „Underground“ oder „Die rote Zora“ einen Namen gemacht hat. Die musikalische Leitung übernimmt der russische Dirigent Kirill Petrenko, der ab der Spielzeit 2013/14 Generalmusikdirektor an der Bayerische Staatsoper in München wird.
Der „Ring des Nibelungen“ zählt mit vier eigenen Stücken und insgesamt rund 16 Stunden Musik zu den größten Herausforderungen des Musiktheaters. In Bayreuth wurden seit 1876, dem Beginn der Bayreuther Festspiele, 213 Vorstellungen von „Rheingold“ und „Walküre“ gespielt; der „Siegfried“ ging 212 Mal über die Bühne, die „Götterdämmerung“ 216 Mal.
Causa Wenders
Ursprünglich war für die Inszenierung der Tetralogie im Jahr des Wagner-Doppeljubiläums Filmemacher Wim Wenders vorgesehen. Sowohl die Festspiele als auch der Filmregisseur („Paris, Texas“, „Buena Vista Social Club“, „Pina“) bestätigten zunächst die Verhandlungen; und als dann Wenders noch mehrfach in Bayreuth am Grünen Hügel gesehen wurde, zweifelte kaum noch jemand am Zustandekommen des Vertrages. Und doch: es kam zum Bruch – wegen „unterschiedlichen Vorstellungen beider Seiten“, wie das Juristen dann gerne formulieren. In vielen Medien wurde diese Entwicklung schnell als „Katastrophe für Bayreuth“ bewertet.
gdm/Foto: dpa
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