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05.12.2011, 11:25 Uhr

 

Weihnachtswahnsinn bei der Post: Unmenschliche Zustände an den Schaltern

Von Eyke Swarovsky

BAYREUTH/MÜNCHEN. Alle Jahre wieder kommen die Schalterbeamten und Zusteller bei der Post trotz kalter Temperaturen im Dezember ordentlich ins Schwitzen. Die Gewerkschaft Verdi spricht sogar von teils unmenschlichen Bedingungen für das Schalterpersonal.

 

Lange Schlangen sind bei der Post, wie hier in der Bürgerreuther Straße, im Dezember keine Seltenheit. Durch Kürzungen und Stellenstreichungen kommen die Schalterbeamten dem Ansturm nicht hinterher. Foto: Harbach

Zur Zeit ist Urlaubssperre bei der Post. Im Weihnachtsmonat wird jede Hand gebraucht. „Die Dienstpläne sind dementsprechend angepasst“, sagt Anton Hirtreiter, Gewerkschaftssekretär bei Verdi im Bereich Postdienste. Weihnachten komme für die Post nicht überraschend, dementsprechend könne man langfristig darauf hin planen. Trotzdem scheint es für die Postler Jahr für Jahr mehr Arbeit für weniger Personal zu geben. Die Brief- und Paketzusteller sind sich einig: „Noch nie haben wir um diese Zeit so viele Lieferungen gehabt, wie in diesem Jahr“, sagt Hirtreiter.

Lieferzeiten einhalten

Die Post habe auch bei dem massiven Paketaufkommen das Ziel, Briefe innerhalb von einem und Pakete innerhalb von zwei Tagen abzuliefern. Dafür hat die Post zusätzliche Fahrzeuge und Personal organisiert, die bei der Auslieferung helfen. „Die Mitarbeiter bei der Post sind alle sehr motiviert, auch wenn der Stress für sie jetzt erst angefangen hat“, sagt Hirtreiter.

Um dem Ansturm an den Postschaltern Herr werden zu können, bräuchte man laut Verdi etwa ein Drittel mehr Personal. „Das setzt aber voraus, dass die normale Belegschaft komplett da ist. Weihnachten ist es häufig so, dass die Mitarbeiter wegen der hohen Belastung aus den Schuhen kippen. Wenn dann also Leute ausfallen, wird es für die anderen noch mal umso schwerer, deren Arbeit mit zu erledigen.“

Urlaubssperre auch im Briefzentrum

Auch im Bayreuther Briefzentrum herrscht bereits Hochbetrieb. „Kurz vor Weihnachten haben wir alle verfügbaren Arbeitskräfte an Bord“, sagt Heidi Krellner, Sachbearbeiterin im Briefzentrum. „Alles was laufen kann wird gebraucht.“ Eine Urlaubssperre verhindert freie Tage. Krellner: „Für viele Mitarbeiter beginnt erst am Heilig Abend um 16 Uhr die besinnliche Zeit.“




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