30.11.2011, 09:00 Uhr
Von Stefan Linß
KULMBACH. Seit gestern steht „Vorerst gescheitert“ von Karl-Theodor zu Guttenberg in den Läden. Die Nachfrage in Kulmbach ist so groß wie sonst nur bei „Harry Potter“.
Kamerateams und Journalisten aus ganz Deutschland haben das Thema Guttenberg wiederentdeckt. Sie filmen am Schloss in Guttenberg, interviewen Menschen in der Kulmbacher Fußgängerzone und fragen in den heimischen Buchläden nach.
Guttenberg-Buch als Papa-Geschenk für Weihnachten
Christine Friedlein, Inhaberin der Buchhandlung Friedrich, stapelt gleich Dutzende Exemplare vor der Ladentheke. Gleichzeitig läuft im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF ein Fernsehinterview mit ihr. Dort verrät sie, dass Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Stammkunde in ihrem Geschäft war. Alle wollen wissen, wie das neue Guttenberg-Buch in der Heimat des Ex-Politikers angenommen wird. Und viele Kulmbacher sichern sich gleich am ersten Tag der Veröffentlichung das neue Werk, in dem der Ex-Verteidigungsminister über seinen Sturz und die Plagiatsaffäre redet. „So viele Vorbestellungen gab es sonst nur bei ,Harry Potter‘“, sagt Friedlein. Sie hat sich genug Exemplare liefern lassen und kann bei Bedarf nachbestellen. So schnell wird das Buch in Kulmbach nicht knapp werden.
Das Buch könne „ein klassisches Papa-Geschenk für Weihnachten werden“, sagt die Buchhändlerin. Und tatsächlich kommt gerade eine Kulmbacherin in den Laden, die das Buch für ihren Vater kauft. Auch eine Frau aus Thurnau greift zu. Die politische Meinung über zu Guttenberg gehe in ihrer Familie weit auseinander, erzählt sie. „Ich bringe meinem Mann trotzdem das Buch mit.“ Anschließend will sie es selber lesen.
Das Fernsehen war da
„Das Buch verursacht einen großen Rummel“, bestätigt auch Elke Fichtner. Die Filialleiterin der Buchhandlung Hübscher im Einkaufscenter „Fritz“ erlebte einen Medienansturm. „Fernsehen, Radio und Presse waren da. Kein Wunder, zu Guttenberg hat mit dem Buch in Kulmbach ja ein Heimspiel“, sagt sie. Mit dem Verkauf ist Fichtner sehr zufrieden. 120 Exemplare wurden vorerst geliefert, am Nachmittag waren nur noch 46 da. Sie hat längst nachbestellt.
Foto: Ritter
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