29.11.2011, 14:50 Uhr
Von Udo Fürst
SPEICHERSDORF. Eigentlich hätte Kämmerin Michaela Hösl zur Gemeinderatssitzung am Montag als Christkind kommen können. Schließlich hatte sie ein dickes Geschenk dabei: den höchsten Haushalt aller Zeiten in Speichersdorf. Wie aus dem Nachtragshaushalt 2011 hervorgeht, hat sich der Gesamthaushalt heuer auf 12,5 Millionen Euro erhöht und geht damit als Rekordhaushalt in die Geschichte der Gemeinde ein.
Das allein war aber nicht der Grund der Freude bei Bürgermeister Manfred Porsch. „Das Schöne dabei ist, dass wir durch Mehreinnahmen wie die um 240.000 Euro höhere Gewerbesteuer deutlich mehr Luft haben.“ So könne man auch dem Vermögenshaushalt 300.000 Euro zuführen.
Einige Zahlen des Nachtragshaushalts: Der Verwaltungshaushalt erhöht sich um 426.000 Euro auf 7.373.700 Euro und damit um 5,78 Prozent. Gleich um knapp zwölf Prozent stieg der Vermögenshaushalt: um 622.000 Euro auf nunmehr 5.201.000 Euro. Damit erhöht sich der Gesamthaushalt in Einnahmen und Ausgaben um 1.048.000 Euro auf 12.574.700 Euro (+8,33 Prozent).
Rücklage für Engpässe
Größte Einnahmeposten beziehungsweise Minderausgaben waren die Gewerbesteuer (240.000 Euro) sowie jeweils 40.000 Euro bei der Einkommenssteuer und bei den Personalkosten. Dagegen musste die Gemeinde 350.000 Euro für den Bauabschnitt 19 des Kanalbaus in den Ortsteilen berappen. „Das schöne Wetter hat dazu geführt, dass die Baufirmen mit den Arbeiten schneller vorangekommen sind“, erklärte Porsch. Allerdings habe man für diese Maßnahmen auch 313.000 Euro Zuschüsse erhalten, die nicht unbedingt für dieses Jahr eingeplant gewesen seien.
Während sich Bürgermeister Manfred Porsch über diese Entwicklung angesichts der aufziehenden Finanzkrise freute, „es wäre schön, wenn es so weiterginge“, warnte Günther Vogel (CSU) vor einer ähnlichen Situation wie in Vorbach oder Mistelgau, wo die Gemeinden Gewerbesteuer in Millionenhöhe zurückzahlen müssen: „Nicht, dass es uns auch so geht.“ Der Bürgermeister konnte dies nicht gänzlich ausschließen: „Davor ist keine Kommune hundertprozentig gefeit.“
Schließlich genehmigte das Gremium den Nachtragshaushalt 2011 einstimmig.
INFO: Im Punkt Verschiedenes wollte CSU-Fraktionssprecher Markus Seitz wissen, wann die Wasser- und Kanalbauarbeiten in Nairitz und Kodlitz beginnen. Manfred Porsch berichtete, dass der Bau der Druckleitung und der Kanalisation in diesem Bereich im nächsten Jahr in Angriff genommen und wenn möglich, auch 2012 beendet werden müssten. „Sonst kann es sein, dass wir weniger Zuschüsse bekommen.“ Nach Abschluss dieser Maßnahme fehle nur noch der Ortsteil Frankenberg/Brüderes.
uf/Foto: pa
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