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28.11.2011, 21:30 Uhr

 

Handwerkskammer plant Musterwohnung mit altersgerechten Lösungen

Von Stefan Schreibelmayer

BAYREUTH. Die Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken ist drauf und dran, ihren Ruf als Technologiekammer mit einem weiteren Projekt zu festigen. Die Chancen auf hohe Förderung für eine Musterwohnung für altersangepasstes Leben stehen gut.

 

An der Farbe erkennt der Nutzer, ob es sich um kaltes oder warmes Wasser handelt. Foto: dpa

Altersgerechte Sicherheits-, Assistenz- und Komfortsysteme – diesen etwas sperrigen Namen hat das Projekt, von dem die HWK Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil schon überzeugt hat. Ministerialrat Peter Stein brachte jedenfalls zur HWK-Vollversammlung am Montag die Nachricht mit, dass das Ministerium durch Umschichtungen Mittel dafür freimachen wolle. Nun liegen die Projektunterlagen in Berlin, „um eine möglichst hohe Förderung zu erreichen“, so HWK-Hauptgeschätsführer Thomas Koller, der die positive Nachricht aus München im Gespräch mit dieser Zeitung als „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“ bezeichnete.

Insgesamt sollen in das Projekt rund drei Millionen Euro investiert werden. Mit einer Realisierung ist laut Koller bei optimalem Verlauf 2013 zu rechnen. Geplant ist, auf dem Gelände der HWK in Bayreuth eine Musterwohnung mit allen möglichen Techniken einzurichten, die Senioren ermöglichen, so lange wie es geht ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen.

Automatischer Notruf

Das reiche weit über die sogenannte Barrierefreiheit hinaus, so Koller. Denkbar sei zum Beispiel der Einbau von Sensoren im Fußboden, die erkennen, wenn ein Bewohner hinfällt und nicht mehr aufsteht. In diesem Fall werde automatisch Hilfe angefordert. Oder der Kühlschrank, der ausgehende Waren automatisch übers Internet nachbestellt. Und Klima- und Beleuchtungssysteme, die Komfort wie Sicherheit erhöhen, seien noch lange nicht das Ende.

„Einige dieser Techniken gibt es schon zu kaufen, andere sind in der Erprobung. Wir wollen alles zusammenführen, um dann unsere Handwerker entsprechend schulen zu können. Schließlich müssen sie Beratung, Einbau und Wartung stemmen“, sagte Koller. Und Ministerialrat Stein meinte: „Das kann ein demografisches Leuchtturmprojekt für ganz Bayern und sogar darüber hinaus werden.“




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