29.11.2011, 00:01 Uhr
Von Elmar Schatz
BAYREUTH. Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Universität Bayreuth, die ihm bei seiner Doktorarbeit bewusste Täuschung vorgeworfen hat, schwer beschuldigt: „Die Universität war in dieser Sache leider nicht unabhängig, wie etwa die Staatsanwaltschaft, sondern immer Partei.“
Das geht aus Guttenbergs Buch „Vorerst gescheitert“ hervor, das heute auf den Markt kommt.
Der Bayreuther Professor Oliver Lepsius, Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle, weist den Vorwurf im Interview unserer Zeitung zurück. Der Ex-Minister sagte, die Universität „hat durch mich und meine Arbeit mindestens einen Ansehensverlust erlitten; das ist etwas, was ich nicht kleinrede“. Er fährt fort: „Aber ich bin nicht bereit, mir von einer Kommission, die noch nicht einmal mehrheitlich mit Juristen besetzt gewesen ist, eine rechtlich relevante vorsätzliche Täuschung vorwerfen zu lassen.“
Er meint: „Offensichtlich ging es um den drohenden Verlust von Forschungsgeldern.“ Eigentlich hätte es seiner Meinung nach gar nicht mehr zu einer solchen Überprüfung kommen dürfen. Mit der Rücknahme des Doktortitels sei „das Verfahren gegen mich abgeschlossen“ gewesen.
Lesen Sie auch die Buchrezension von unserem Politik-Redakteur Elmar Schatz
Foto: dpa
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