25.11.2011, 20:28 Uhr
ATHEN. In Griechenland könnte es fast 21.000 "Phantom-Rentner" geben, für die der Staat auch noch nach ihrem Tod aufkommt. Es handelt sich dabei um Rentner, deren Tod von ihren Verwandten nicht gemeldet und deren Rente in vielen Fällen seit Jahren weiter ausgezahlt wurde. Dies ist das vorläufige Ergebnis einer Rentnerzählung, die in den vergangenen Monaten in Griechenland erfolgte.
"Bislang haben sich 20.907 Rentner nicht gemeldet. Die Frist läuft am 31. Dezember 2011 ab. Danach wird keine Rente mehr ausgezahlt", teilte die größte griechische Rentenversicherung (IKA) am Freitag mit.
Bereits seit einigen Wochen habe sich kein Rentner mehr gemeldet. Dies zeige, dass die gezählten fast 21.000 sogenannten "Phantom-Rentner" "sehr wahrscheinlich nicht mehr am Leben sind", sagte ein IKA-Zuständiger am Freitag im griechischen Radio. Die IKA werde nach Abschluss der Zählung Verfahren zur strafrechtlichen Verfolgung der Verwandten in die Wege leiten, die die Renten illegal weiter kassierten.
Die Verluste der Rentenkasse könnten eine dreistellige Millionenhöhe ergeben, schätzte ein Mitarbeiter der IKA-Versicherung. Endgültige Ergebnisse der Rentnerzählung solle es dann ab Januar geben, sagte er weiter. Sozialbetrug hat im schuldengeplagten Griechenland schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt.
dpa/ Symbolbild: pa
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