17.11.2011, 10:39 Uhr
BAYREUTH/KULMBACH. Die Nachricht aus Nordrheinwestfalen schlägt auf den Magen: 96 Prozent der Hähnchen dortiger Mastbetriebe sollen mit Antibiotika behandelt worden sein. Kurz vor dem europäischen Antibiotikatag am Freitag ruft die neue Studie ins Gedächtnis, welche Gefahren für Patienten von zunehmenden resistenten Keimen ausgehen. Ulf Joachim Vollmer, Laborarzt am Klinikum Kulmbach, empfiehlt Fleisch abzuspülen und die Hände gründlich zu waschen.
Geflügelfleisch sollte nicht einfach in den Kühlschrank gelegt werden, so Vollmer. „Sonst fasst das jemand an, und danach das Brot und dann verteilt man die Keime.“ Außerdem sei der Kontakt mit Gemüse und anderen Lebensmitteln zu vermeiden, Hände und Küchenutensilien, die mit dem Hühnchenfleisch in Kontakt kamen, sollten gründlich gereinigt werden. Erhitzen auf über 70 Grad oder Alkohol – „nicht, indem man ihn trinkt“ – töteten die meisten Keime ab.
Nicht nuckeln lassen
Besonders warnt Vollmer vor dem Wasser, das sich in der Verpackung des Hähnchenfleischs ansammle. „Wenn man das an den Händen hat und gibt einem Säugling den Finger zum Nuckeln, kann das reichen, damit er schwerst krank wird.“
In Oberfranken gibt es nach Auskunft des Tierärztlichen Bezirksverbands Oberfranken keine Hähnchen-, sondern nur Schweinemast. Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika ist verboten.
san/ck
Foto: dpa
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