14.11.2011, 14:07 Uhr
BERLIN. Angesichts spektakulärer Plagiatsfälle bei Doktorarbeiten dringt der Wissenschaftsrat auf eine bessere Betreuung von Doktoranden. Auch in Bayreuth bleibt das Thema aktuell. Am Freitag und Samstag, 25. und 26. November, veranstaltet die Universität Bayreuth die Tagung „Plagiate, Wissenschaftsethik und geistiges Eigentum“.
„Wir glauben, dass durch die Etablierung einer Kultur guter wissenschaftlicher Praxis und guter Betreuung viel erreicht werden kann“, sagte der Ratsvorsitzende Wolfgang Marquardt am Montag in Berlin. In einem Positionspapier schlägt der Wissenschaftsrat vor, dass ein eigenes Promotionskomitee an den Unis die Doktoranden von Anfang an begleitet. Nicht nur Professoren, sondern auch erfahrene Doktoranden könnten dort den Anwärtern auf den Doktortitel helfen. Die gesamte Universität müsse auf die Qualität der Promotionen achten, forderte Marquardt. Nötig seien Modelle kollegialer Betreuung.
Da es heute vielfach keinen Überblick gebe, wer an einer Universität überhaupt promoviere, solle den Doktoranden ein spezieller, einheitlicher Status gegeben werden. Die Zahl der Noten solle zudem auf „Bestanden“ und „Mit Auszeichnung“ begrenzt werden. Trotz mehrerer möglicher Noten vergäben die Unis heute überwiegend „Mit Auszeichnung“ oder „Sehr gut“, sagte Marquardt.
Bei der Tagung „Plagiate, Wissenschaftsethik und geistiges Eigentum“, die vom Bayreuther DFG-Graduiertenkolleg „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ und dem Zentrum für angewandte Rechtswissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie ausgerichtet wird, beschäftigen sich Wissenschaftler unter anderem mit dem Umgang mit Plagiaten im deutschen und ausländischen Hochschulrecht, mit den Möglichkeiten und Grenzen des Urheber- und Strafrechts und mit den technischen Kontrollmöglichkeiten. Die Anmeldung zur Tagung ist auf der Website www.gkrw.uni-bayreuth.de möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.
dpa/red/ Symbolbild: Archiv
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