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07.11.2011, 17:00 Uhr

 

Fränkischer Schweiz droht Ärztemangel

ERLANGEN. Ohne eine deutliche Verjüngung der Ärzteschaft droht der Fränkischen Schweiz nach einer Studie der Universität Erlangen in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein massiver Mangel an Hausärzten.

 

Derzeit seien in der Region zwischen Erlangen, Bamberg und Bayreuth 34 Prozent der dort niedergelassenen Allgemeinmediziner älter als 60 Jahre, heißt es in einer am Montag vorgestellten Untersuchung unter Leitung von Geografie-Professor Werner Bätzing. Zusammen mit Studenten hatte er die medizinische Versorgung in allen 34 Gemeinden der Fränkischen Schweiz untersucht - exemplarisch für ähnlich strukturierte bayerische Regionen.

Durchnittsalter: 57 Jahre

Schon jetzt sei die Lage schwierig, da etliche Hausärzte längst das Rentenalter erreicht hätten und nur mangels Nachfolger noch praktizierten. "Das Durchschnittsalter der Hausärzte in der Region liegt bei 57 Jahren", gab der Masterstudent Marcus Kratschke zu bedenken. Zwar sei die Hausärzteversorgung in der ausgesprochen ländlich strukturierten Region derzeit noch gut. "Wenn diese Mediziner aber in den nächsten Jahren keinen Nachfolger finden, könnte sich die Situation dramatisch verschlechtern", ergänzte Simon Reichenwallner.

Nach Einschätzung der Autoren der Studie stellt die Hausärzteversorgung neben Bildung einen Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit einer Region dar. Mit der Schließung von Hausarztpraxen blieben meist auch die Apotheken auf der Strecke; fehle es an der medizinischen Versorgung, drohe der Region eine weitere Bevölkerungsabwanderung.

Politisch zerrissen

In den Augen Bätzings leidet die Fränkische Schweiz unter ihrer politischen Zerrissenheit. Das beliebte Ausflugs- und Tourismusziel teilten sich die drei Landkreise Forchheim, Bamberg und Bayreuth. "Für alle drei Kreise ist die Fränkische Schweiz Peripherie". Da sich aber die wachsenden strukturellen Probleme weder auf Orts- noch auf Ebene der einzelnen Kreise lösen ließen, schlägt Bätzing ein Regionalmanagement vor. Dabei müssten auch Lösungen für die medizinische Versorgung gefunden werden.

Kommunalpolitiker sollten das Schicksal ihrer Region selbst in die Hand nehmen statt auf Lösungen von Bund und Land zu hoffen.

dpa/Foto: dpa




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