21.10.2011, 09:56 Uhr
In seiner Musik verbindet Jahcoustix Reggae- mit Akustikklängen. Zum diesjährigen Kneipenfestival am 22. Oktober kommt er wieder nach Bayreuth.
Er ist Musiker und Weltenbummler zugleich. Der Reggaekünstler Jahcoustix kam in seinem Leben viel durch die Welt. Seine Texte? Handeln vom Leben selbst. „True to yourself“ – „Sei ehrlich zu dir selbst“ ist nur eines von vielen Liedern, durch das er seine Zuhörer mit seinem Optimismus und seiner positiven Energie anstecken möchte.
Anfang August trat Dominik Haas alias Jahcoustix mit seiner Band Yard Vibes Crew beim Woodstock-Festival Polen auf. „Das war atemberaubend.“ Gegen 18 Uhr spielten sie vor rund einer halben Million Menschen auf der Hauptbühne. „Du stehst auf der Bühne und siehst nur Menschen. Das war unser größtes und spektakulärstes Konzert überhaupt.“
Familiäre Atmosphäre
Doch er freut sich nun auch auf seinen bevorstehenden Auftritt im Zentrum beim Bayreuther Kneipenfestival. Schon einmal ist er im Glashaus aufgetreten – „die Stimmung war damals super“. Es seien viele Studenten gekommen und die Atmosphäre sei sehr familiär gewesen.
Auch freut er sich, dass er und sein Freund und Musikgenosse Mellow Mark am selben Abend im Zentrum auftreten werden. „Vielleicht jammen wir wieder gemeinsam“, kann sich der weltoffene Reggaekünstler gut vorstellen. „Gerade Spontanes kann die gewaltigste Dynamik freisetzen. Ich bin schon gespannt.“
Jahcoustix wird einen bunten Mix aus seinen älteren Songs und seinem neuesten Album „Crossroads“ spielen. Die Platte entstand 2010 nach seiner fünfwöchigen Westafrika- und Israeltour, die kulturellen Eindrücke noch frisch in der Erinnerung. Seine Musik lässt sich demnach am besten als eine Mischung aus World Music, Roots Reggae und Singer Songwriter-Stil bezeichnen. Inspirieren lasse er sich dabei vom Leben: Von Erkenntnissen, Gesprächen oder Orten, aber auch von verärgernden Ereignissen.
Eigene Interpretation der Welt
Seine Musik sowie seine Texte spiegeln seine eigene Interpretation der Welt, wie er die Dinge verarbeitet, wider. Ob er, wie Mellow Mark auch, seine Dreadlocks abschneiden wolle? Jahcoustix verneint die Frage. „Was aber dann morgen ist, weiß ich heute noch nicht“, erwidert er. Die Dreads bedeuteten für ihn einen gewissen Ausdruck von Lebensphilosophie und Naturverbundenheit, erinnerten ihn Tag für Tag an seine moralische Einstellung gegenüber anderen Menschen, wenn er in den Spiegel schaue. Ihm liegt am Herzen, dass das Publikum während seines Auftritts die Musik und das Leben einfach genießen. Ständig Missstände anzuprangern sei dabei weniger sein Anliegen, erklärt Jahcoustix: „Manchmal spricht man durch Musik mehr als durch Worte.“ Die Menschen sollten die Grundbedeutung des Gesungenen vielmehr an der Melodie als an den einzelnen Worten erkennen. Als Kind reiste er als Sohn eines Diplomaten viel durch die Welt, unter anderem auch nach Afrika. „Ich habe viel Armut gesehen. Dabei habe ich gelernt, für die kleinen Dinge im Leben dankbar zu sein.“
Die Eindrücke hinterließen Spuren – jedoch keine negativen. „Mir war damals klar, dass ich als kleiner weißer Teenager nicht die Welt verändern kann.“ Seine Erfahrungen, die damit verbundenen Gefühle versucht er seitdem in der Musik widerzuspiegeln. Die positive Grundstimmung seiner Lieder entspringt seinem Motto: „Optimismus braucht man, um seine Träume zu verwirklichen.“
Welche die wichtigste Station für ihn gewesen sei, kann der Musiker nicht direkt beantworten. „Jede war ein eigenes Kapitel, an jedem Ort war ich gerade in einem bestimmten Alter.“ Doch in Kenia begann er sich zwischen dem zwölften und 17. Lebensjahr ganz intensiv mit Reggae zu beschäftigen.
Das Gefühl, das Reggae auslöst
Er fühlte sich von den „Rastaleuten“ förmlich angezogen, erinnert er sich. „Als ich den Reggae für mich entdeckte, ging es mir weniger um die sozialkritischen Texte, sondern einfach um das Gefühl, was Reggae bei mir auslöst – positive Stimmung.“
Reggae stellt für ihn aber mehr als nur Musik dar: Vielmehr eine weltweite Bewegung, die Menschen rührt und verbindet. Jahcoustix, der Globetrotter, spricht in „Crossroads“ über seine Eindrücke von der Welt. „Gedanklich habe ich auch schon Ideen für ein neues Album, aber konkret ist noch nichts geplant.“ Denn gleich nach dem Kneipenfestival geht es für ihn erst einmal für das Goethe-Institut nach Ostafrika, um dort eine Reihe von Konzerten zu geben.
Foto: red
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