19.10.2011, 15:27 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. Der Aktionsrat Bildung hat eine Idee geboren, die in Bayreuth zweigeteilt aufgenommen wird: Das Kernabitur – eine bundesweit einheitliche Prüfung in Deutsch, Mathe und Englisch, die zusätzlich zum Abitur abgelegt werden und die Vergleichbarkeit der Abiturienten aller Bundesländer ermöglichen solle.
Die Direktorin des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG), Elisabeth Götz, findet den Vorstoß des Gremium renommierter Bildungswissenschaftler, das sich 2005 auf Initiative der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gegründet hat, „nicht ganz so schlecht“, wie sie am Mittwoch auf Kurier-Anfrage sagt: „Auf der einen Seite will man, dass die Kinder immer globaler ausgerichtet sind und hinaus in die Welt sollen, auf der anderen Seite gibt es keinen gemeinsamen Abiturstandard.“ Zwar seien „die Südländer schon länger auf einem gemeinsamen Weg“ – also Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen – , aber dennoch habe sie, sagt Götz, schon mehrfach festgestellt, „welche Probleme Kinder haben, die aus anderen Bundesländern nach Bayern kommen“.
Flaggschiff aller Gymnasien
Die Kinder in Bayern dürften keine Probleme haben, das vorgeschlagene Kernabitur abzulegen, weil „das bayerische Gymnasium auch in der Bundesrepublik als das Flaggschiff aller Gymnasien angesehen wird“. Damit liegt Götz auf der Linie des Bayerischen Philologenverbands (bpv), der in einer Pressemitteilung keine Sorge vor einem, Qualitätsvergleich beim Abitur äußert. Gleichwohl sagt auch der Verband nach Aussagen des Pressesprechers Wolfram Janke, dass derartige Aufgaben „mit dem Nachweis einer Allgemeinen Hochschulreife nichts zu tun“ hätten, wenn sie in herkömmliche Aufgaben eingebaut oder bisherige Formate grundlegend geändert würden.
Symbolbild: pa
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