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14.10.2011, 17:09 Uhr

 

Semesterstart: Studenten stürmen an die Uni

MÜNCHEN. Dass es in diesem Jahr eng würde an den bayerischen Hochschulen, war klar. Jetzt aber haben sich noch mehr Studenten eingeschrieben als prognostiziert. Der doppelte Abiturjahrgang sorgt für Rekordzahlen an den Unis im Freistaat – und auch in Oberfranken.

 

Die Uni Bayreuth meldete am Freitag 11.148 immatrikulierte Studenten. 2513 sind davon Erstsemester. Vor einem Jahr, im Wintersemester 2010/2011, waren es noch 1.014 weniger. Auch an der Uni Bamberg gibt es Rekordzahlen: Insgesamt sind dort 12.351 Studierende immatrikuliert. Davon befinden sich 2.847 im ersten Hochschulsemester.

Die Zahlen entstammen nach Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubischs Worten Schnellmeldungen, die noch mit Vorsicht zu genießen seien. Viel ändern werde sich aber nicht mehr, sagte der Präsident von Universität Bayern e.V., Godehard Ruppert. Insgesamt rechnen die Hochschulen in diesem Wintersemester mit mehr als 321.400 Studenten. Das ist Rekord.

10.000 neue Studienplätze

Als Grund für den höheren Ansturm der Studienanfänger führte Heubisch unter anderem auch ein recht geringes Interesse am neuen Bundesfreiwilligendienst an. „Offensichtlich wurden die Bundesfreiwilligendienste nicht so sehr in Anspruch genommen, wie vom Bund prognostiziert“, sagte er und erneuerte angesichts der hohen Zahlen seine Forderung nach 10.000 neuen Studienplätzen in Bayern.

Die höhere Studentenzahl sei derzeit aber noch zu bewältigen, betonten Heubisch und Ruppert - zumindest an den Hochschulen selbst. Das liege auch an den Einnahmen aus den Studiengebühren. „Ohne die Studienbeiträge würden wir die jetzige Situation nicht meistern können“, sagte Ruppert. Die Wohnungssituation an vielen Hochschulorten sei aber ein großes Problem. „Wir müssen die Wohnraumreserven ausschöpfen“, sagte er. „Nichts ist schlimmer als monatelanges Couch-Hopping.“

Kritik an Studiengebühren – Kampagne in Bayreuth

Die Freien Wähler teilen die Ansicht über die Studiengebühren nicht, wie sie am Freitag mitteilten. Die Studenten hätten derzeit mit so vielen Problemen zu tun, dass ihnen die Gebühren nicht auch noch aufgehalst werden sollten. Für Montag plant die FW-Landtagsfraktion eine Aktion in der Ludwig-Maximilians-Universität München. Unter dem Motto „Mit Biss gegen Studiengebühren“ sollen dort knackige Äpfel verteilt werden. In Bayreuth stellen die Juso-Hochschulgruppe der Uni Bayreuth und der SPD-Landtagsabgeordnete am Montag die Kampagne „Studiengebühren – Nein Danke!“ vor, die ab Montag in Bayreuth gestartet wird. Ziel dieser Kampagne ist es, den Landtag durch eine Massenpetition zur Abschaffung der Studiengebühren zu bewegen.

bü/dpa
Foto: Ritter




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