RANDERSACKER. Der neue fränkische Wein wird ein wenig teurer - Frost, Hagel und Gewitter haben den Winzern in diesem Jahr zu schaffen gemacht. Der Ertrag sei im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt wegen des Wetters um etwa 30 Prozent eingebrochen, sagte Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, am Freitag in Randersacker (Landkreis Würzburg).
Diese Verluste würden auch die Verbraucher zu spüren bekommen. "Guter Wein kann durchaus 10 bis 15 Prozent teurer werden", sagte Steinmann. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Winzer
wegen des Wetters deutliche Einbußen hinnehmen.
Doch das Wetter hat den Winzern weniger geschadet als zunächst angenommen. Der neue Jahrgang sei zwar kleiner, dafür aber von einer guten Qualität. Der Frost im Mai hat nach Angaben
des Bayerischen Landesamtes für Weinbau und Gartenbau vielen, aber nicht allen Weinbaubetrieben zugesetzt. "Die Bilanz muss deshalb sehr differenziert gezogen werden", sagte Hermann Kolesch,
Leiter der Abteilung Weinbau. Während das Anbaugebiet im Steigerwald fast eine "Insel der Glückseligen" mit einer guten Traubenausreife sei, habe der Frost viele Weinreben bei Sommerach
und Sulzfeld (Kreis Kitzingen) und Frickenhausen (Kreis Würzburg) zerstört. "Dort müssen nun ganze Rebstöcke nachgepflanzt werden."
Die extremen Witterungsverhältnisse machten sich auch bei der Beantragung von Fördermitteln bemerkbar. "Die Winzer haben in diesem Jahr mehr als 900 Anträge mit einem Antragsvolumen
von etwa 2,2 Millionen Euro gestellt." Im vergangenen Jahr seien es etwa 400 Anträge mit einem Volumen von etwa 500.000 Euro gewesen. Das Landesamt verhängte bereits einen Antragsstopp.
Das Geld für Um- und Ausbau der Weinberge kommt aus den Töpfen der Europäischen Union.
In Franken seien bereits etwa 95 Prozent der Ernte abgeschlossen. In Bayern bauen die Winzer auf fast 6.300 Hektar Wein an. Hauptanbaugebiet ist Franken mit 6.250 Hektar. Hier wachsen 80 Prozent
Weiß- und 20 Prozent Rotweinsorten.
dpa/Symbolbild: pa
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