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07.10.2011, 14:51 Uhr

 

Welturaufführung von Gospelmesse in Bayreuth

Von Michael Weiser

BAYREUTH. Musik drückt aus, was mit Worten nicht gesagt werden kann. Findet Günter Leykam. Gleichzeitig ist er vom großen Auftakt der Schöpfungsgeschichte überzeugt: Am Anfang war das Wort. Beides zu verbinden, ist dem 50-Jährigen seit langem Auftrag. Und das gerne auch Mal auf ungewöhnlichem Wege.

 

Ein homogenes Ensemble im Dienst der Musik: Dieses Ziel will Günter Leykam erreichen.Foto: red
 So studiert Leykam seit Monaten mit Musikern, Chor und Solisten die Uraufführung der Gospelmesse von Hubert Janssen und Hans-Dieter Kuhn ein. Den Kammerchor des MWGs Bayreuth, die Kantorei der Kreuzkirche Bayreuth und die Instrumentalgruppe Gospeltrain hat er dafür aufgeboten, um am Samstag, 15. Oktober, die Mathias-Claudius-Kapelle erklingen zu lassen. „Die hat eine unheimlich schöne Akustik“, schwärmt er.

Der Pfarrer Hubert Janssen komponierte und textete die Gospelmesse, Hans-Dieter Kuhn zeichnet für die Arrangements verantwortlich und verlegte die Partitur. Und so kam die Messe zu Leykam: „Ich war auf der Suche nach etwas Modernem, und daran bin ich sofort hängengeblieben.“ Die Harmonik, dazu die Verbindung von Wort und Klang – „ganz toll gewählt“, findet der gebürtige Nürnberger. Was auch ins Gewicht fiel: „Die meisten dieser Werke sind englisch. Das aber ist auf Deutsch geschrieben – für alle verständlich.“

Dienst an der Musik

Leykam ist Kirchenmusiker und Sänger, mit vielen Ensembles hat er vor allem geistliche Musik einstudiert und vorgetragen. „Das heißt aber nicht, dass ich keine weltliche Musik höre.“ Kastendenken gibt es bei ihm nicht, „ich mache auch keine Unterscheidung zwischen E- und U-Musik“. Wichtiger ist ihm eins – die Homogenität eines Ensembles und der Dienst an der Musik: „Viele Sänger stellen ihre Stimme in den Mittelpunkt. Doch dann sind sie nichts als Stimme ohne Inhalt.“

Leykam fühlt sich bei der Gospelmesse an eine Gratwanderung erinnert. Einerseits ist da die Herausforderung eines religiösen Textes, der sich, noch dazu in einer Kirche vorgetragen, in die Liturgie eines Gottesdienstes einfügen muss. Andererseits ist da die unbändige Lust, etwas auszuprobieren und damit womöglich auch auf die Gläubigen zuzugehen – „gerade im Hinblick auf die jungen Leute“. Leykam hat sich mit dem Werk genau beschäftigt, probt mit Unterbrechungen seit Mai – und kann nach all der Arbeit zuversichtlich sagen: „Die Mischung macht’s.“




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