Freitag 25.05.2012, 05:02 Uhr
E-Mail: Passwort:



05.10.2011, 11:10 Uhr

 

„Eine gesegnete Region“ - Rainer Kober im Interview

BAYREUTH. Am 29. und 30. Oktober finden unter dem Motto „Wissen. Gewissen. Nichtwissen“ zum achten Mal die „Bayreuther Dialoge“ statt. Im Vorfeld der Veranstaltung druckt der Kurier ab heute jeden Dienstag ein Interview zum Thema, das die Studierenden mit Unternehmern, Forschern und Politiker führen.

 

Im Gespräch mit Ina Medick und Moritz Mihm erzählt Rainer Kober, Geschäftsführer des Keramikwerks in Steinwiesen bei Kronach, von der Bedeutung von Innovation für den Mittelstand und gesellschaftlichem Engagement.

Frage: Herr Kober, Sie mussten nach der Beinahe-Insolvenz 1966 das komplette Unternehmen umkrempeln und haben eine neue Produktionssparte eingeführt. Woher nahmen Sie die Idee?     
Rainer Kober:
Ein Unternehmen funktioniert nur, wenn man eine ordentliche Geschäftsidee hat. Wenn einem die wegbricht, muss man schauen: Was sind meine Ressourcen? Wofür gibt es einen Markt? Wir haben als Allererste Porzellanartikel in durchsichtigen Geschenkverpackungen angeboten. Die waren alle gleich verpackt, mit roter Umrandung und dem Schriftzug: „Funny Design“. Nach fünf Jahren haben wir damit fünf Millionen Mark umgesetzt.

Frage: Kann ein Studium auf so eine Arbeit überhaupt vorbereiten?                                            Kober: Führungskräfte sollten sich folgende Fragen stellen: Wo will ich hin? Was brauche ich für Mittel und Werkzeuge? Es sollte die Aufgabe der Universitäten sein, Menschen beizubringen, Antworten auf diese Fragen zu finden und sie umzusetzen. Denn in der Berufswelt lernt man es nicht. Es hat mich immer gewundert, dass dieses sehr wichtige Praxiswissen in keinem Studium vorkommt. Stattdessen wird dieses Wissen häufig von Seminar-Unternehmern vermittelt.

Frage: Tut es einem Unternehmen gut, sich immer wieder neu zu erfinden?
Kober: Sich schnell anzupassen, ist eine im Mittelstand sehr verbreitete Fähigkeit. Das ist ein Vorteil großen Unternehmen gegenüber. Man kann es mit einem Boot vergleichen: Je kleiner das Schiff, desto beweglicher und wendiger ist es. Als Mittelständler ist man geradezu dazu gezwungen, sich immer wieder neu zu erfinden.

Frage: Sie haben in einem Interview gesagt: „Politik kann nicht gestalten, Politik kann nur verwalten.“ Wie sehen Sie die Aufteilung von gesellschaftlicher Verantwortung zwischen Politik und Unternehmen?
Kober: Als Privatperson können Sie nicht mehr aus ihrem Portemonnaie herausnehmen, als sie hineintun. Wenn Sie das tun, setzen Sie ihre Existenz aufs Spiel. Für den Unternehmer gilt dasselbe. Der Politiker verwaltet Steuergelder, die er bekommt. Er sieht nicht die existenzielle Seite, vielleicht, weil er das nicht gewohnt ist. Wir Unternehmer sind diejenigen, die gestalten.

Frage: Ist Ihr Gewissen der Antrieb für Ihr gesellschaftliches Engagement?
Kober: Der größte Beweggrund ist natürlich die Liebe zu meiner Heimat. Unser Hauptproblem ist, dass die Menschen eine Perspektive brauchen, um initiativ zu werden. Es gibt hier wenig Selbstbewusstsein. Man neigt dazu zu sagen: „Hier in Oberfranken ist eh nichts los, und wir können eh nicht. Die Grenze war da und es ist alles so schwer.“ Das ist falsch. Oberfranken ist eine gesegnete Region. Um das zu zeigen, gebe ich das Magazin „Echt Oberfranken!“ heraus. Schon das Cover des Heftes soll ausstrahlen, dass Oberfranken toll ist. Es geht mir darum, die Leute aufzuwecken. Doch wie können wir das machen? Wir müssen dafür sorgen, dass diese Entwicklung eine Eigendynamik bekommt und sich irgendwie multipliziert. Wie könnte das gehen? Ich werde persönlich initiativ, wenn ich eine Perspektive habe. Es nützt nichts, dass ich darüber theoretisch referiere: Initiativen müssen ausstrahlen, was es hier Tolles gibt.

Frage: Geben Sie uns ein Beispiel.
Kober: Der Verein Kronach kreativ, dessen Vorsitzender ich bin, hat dieses Jahr zum achten Mal „Kronach leuchtet“ organisiert. Das ist eine Lichtinstallation, für die 80.000 Menschen in nur einer Woche diese kleine Stadt Kronach besucht haben. Inzwischen machen die Kirchen gemeinsam eine lange Kirchennacht und die Museen öffnen nächtelang. Auch der Forst hat dieses Jahr einen Rundgang im Wald erleuchtet. Alle sind begeistert. Die Leute identifizieren sich wieder mit ihrer Umgebung und fangen an, sich zu engagieren.

Foto: red



Artikel posten

Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Shortnews Bookmark bei: Google Bookmark bei: Facebook mit Twitter versenden




Kommentare

Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.



KURIER-NEWSTICKER
KURIER-TV
SONDERTHEMEN

Ankommen in Bayreuth

Kurioses

Aus der Schatz-Truhe

Kurier-Eurotrainer

Leser fragen Forscher

BT24 - Die Region von A-Z
null
null
null
BAYERISCHER RUNDFUNK
Rundschau News
BayernwetterVerkehr in Bayern

 




MONEYSPECIAL
Facebook - Twitter - Mobil
DIGITALE BEILAGEN
Modernisieren 2011 Maisels FunRun Kinder-Kurier 05 Biergartenpass 2012 Ku-Leserreisen FZ Baumagazin 2012 Kurier Card BRK Jahrbuch 2010 Bauen und Wohnen Kurier-Baumesse Tschakka-Bay Kurier Card Ratgeber Gesundheit FZ Baumagazin 211 Wonneproppen 2011 Kurier Shop 2011 Weihnachtliches BT Wirtschaft 10 2011 Weihnachtliches BT Ausbildungsmesse in Bayreuth 6.City-Autosalon Pegnitz Ratgeber Gesundheit Service-König 2011 Heimat-Kurier Heimat-Kurier Kurier Shop Bauen u.Wohnen 2011 BBC-Magazin Umwelt u. Energie
Moderni- sieren 05-2012
Maisels FunRun 2012
Kinder-Ku 05-2012
Biergarten- pass 2012
Ku-Leser- reisen 04-2012
FZ Bau- magazin 2012
Ku-Card 03-2012
BRK Jahr- buch 2011
Bauen u. Wohnen 02-2012
Kurier-Baumesse 02-2012
Tschakka- Bay
Genießer- pass 2012
Ratgeber Gesundh. 2012
Faszina- tion 3D 2011
Wonne- proppen 2011
Kurier Shop 2011
Weihnachtl. Bayreuth 2011
Wirtschaft 10-2011
Ortsport. Bindlach 2011
Ausbildungsmesse in Bayreuth
Autosalon Pegnitz 2011
Top-Arbeit- geber
Service- König 2011
VG Mistelbach 05-2011
Heimat-Ku 02-2011
Kurier Shop
Baumesse 2011
BBC- Magazin 2010
Umwelt u. Energie
UMFRAGE

Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?

Klar. So ein Bad gehört einfach in eine Tourismusgegend wie das Fichtelgebirge!
Quatsch. So ein Bad macht nur Minus. Das braucht kein Mensch!
Mir ist es vollkommen egal, was in Fichtelberg passiert!
Info
Medienführerschein
1
KINO-NEWS

WEITERE ONLINEPORTALE

zum Seitenanfang
www.bayreuth.de | www.festspiele.de | www.bt24.de