„Ihr habt mich sehr darüber hinweg getröstet, dass ich keine Rammsteinkarten bekommen habe:“ Schon wenige Stunden nach einer „obergeilen Show“ schlugen die ersten
Lobeshymnen der entfesselten Fans im Online-Gästebuch von StahlZeit ein.
Die „StahlZeitler“, wie die Mitglieder der Kulmbacher Band liebevoll von ihrem Gefolge genannt werden, präsentierten den typischen Industrial Rock der Kultmarke Rammstein so
düster und so brachial, dass einfach kein Unterschied zum legendären Original festzustellen war. Auch optisch herrschte akute Verwechslungsgefahr, denn was die Jungs an Performance und
Pyrotechnik auffuhren, machte ihrem Vorbild alle Ehre. Allen voran Bandleader Helfried „Heli“ Reißenweber, der sowohl mit seiner markanten Stimme und seinem Aussehen als auch mit
perfekt einstudierten Bewegungen auf der Bühne „seinem Original“ Till Lindemann verblüffend nahe kommt.
„Die sind ein bisschen eine Ersatzdroge für Rammstein“, erklärte ein Anhänger die Euphorie, die StahlZeit in den Hallen auslöst. Wobei der Name der Formation, die
sich bewusst nicht als Coverband („das kann ja jeder“), sondern als Tribute-Band versteht, Programm ist: Die Industriekulisse mit ihren turbinenähnlichen Nebelmaschinen und
Stahlrohren sorgte in Verbindung mit der geschwärzt-geschminkten Haut der Musiker für düstere Hochofenatmosphäre. Ein Hochofen, in dem – das würde man beim ersten
Anblick vielleicht nicht erwarten – glühende Gefühle geschmiedet werden. „Eher Gefühlsschlachten“, kommentierte ein Fan Songs wie „Sehnsucht“ oder
„Mein Herz brennt“, in denen vor allem die negativen Seiten der Liebe thematisiert werden.
Es war natürlich nicht nur das Herz, was am Samstag brannte. Getreu ihrem Rammstein-Vorbild machte die StahlZeit-Crew mit sensationellen Pyro-Szenarios ihren Fans richtig Feuer unterm Hintern.
Da loderten nicht nur die Flammen von der Bühne empor. Es brannten auch die Mikrofonständer und – hier hielten viele den Atem an – auch Heli Reißenweber, der etwa drei
Minuten in einem lodernden Mantel sang.
Doch gerade die Show war es, bei der Fans den wohl einzigen Kritikpunkt des Abend festmachten – wofür StahlZeit aber nichts konnte. Das Bayreuther Ordnungsamt hatte der Band im Vorfeld
einige spektakuläre Elemente aus dem Programm gestrichen. „Amtsstubenhocker“ grummelten die Fans im Gästebuch. Aber nur kurz, weil die Show der StahlZeitler einfach nur das
war, was auch Rammstein für sich beansprucht: Neue Deutsche Härte.
Die Bildergalerie zur Show gibt es
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Foto: Harbach