26.09.2011, 17:00 Uhr
Von Frank Schmälzle
BAYREUTH/KULMBACH. Die Freien Wähler (FW) in Bayern treten zur Bundestagswahl 2013 an. Diese Entscheidung, die bei einer Landesversammlung am Wochenende fiel, teilt die FW-Kreisverbände in der Region in zwei Lager. „Hochzufrieden“ zeigt sich Ulrich Gödde, Vorsitzender im Landkreis Kulmbach. „Ziemlich unglücklich“ ist Hans Hümmer, Vorsitzender des FW-Kreisverbandes im Landkreis Bayreuth.
Hümmer macht keinen Hehl aus seiner Ablehnung: „Ich habe nie zu den Befürwortern einer Teilnahme der Freien Wähler an der Bundestagswahl gehört.“ Er beuge sich jetzt der Mehrheitsentscheidung. An den Fakten ändere aber auch das deutliche Votum der Landesversammlung nichts: Er sehe die Freien Wähler vor allem als Regulativ auf kommunalpolitischer Ebene. Und: In Bayern und in Baden-Württemberg seien die Freien Wähler gut organisiert und etabliert. Das gelte allerdings nicht in gleichem Maß für andere Bundesländer.
Bundestagswahl als Schubgeber
„Was Hans Hümmer da sagt, ist sicher nicht aus der Luft gegriffen“, entgegnet der FW-Kreisvorsitzende im Landkreis Kulmbach, Ulrich Gödde. Tatsächlich seien die Freien Wähler im Süden der Republik gut aufgestellt. Dies sei aber gerade auch auf die Teilnahme an Landtagswahlen zurückzuführen, denn die hätten Rückenwind gebracht. „Ein solcher Schub wird auch von der Bundestagswahl ausgehen“, ist sich Gödde sicher.
„Gemischte Gefühle“ löst der Schritt der Freien Wähler in Richtung Bundespolitik bei der Vorsitzenden des Kreisverbandes Bayreuth-Stadt, Brigitte Merk-Erbe, aus. Der Schwerpunkt der Freien Wähler müsse in der Kommunalpolitik bleiben. Andererseits könne sie nachvollziehen, dass die Freien Wähler ihren Einflussbereich ausdehnen wollten, gerade weil in Berlin über Wohl und Wehe der Kommunen entschieden werde.
"Die Zeit ist einfach reif"
„Wir stehen nicht vor der Frage, ob wir wollen oder nicht. Die Zeit ist einfach reif für eine Teilnahme an der Bundestagswahl.“ So kommentiert der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Peter Meyer, die Entscheidung der Landesdelegiertenversammlung der Freien Wähler, ab 2013 auf Bundesebene Politik machen zu wollen.
Foto: dpa
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