26.09.2011, 16:01 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. Es ist noch gar nicht so lange her, da wähnten die Verantwortlichen die Statik der „Eule“ in Sicherheit. Ein Trugschluss, wie sich jetzt herausstellte. Am Montag mussten 14 weitere Stahlträger in das Sanierungsobjekt gebracht werden, denn bei der letzten Untersuchung hatten sich gravierende statische Mängel herausgestellt.
„Balken waren durchgefault, gebrochen oder gar nicht mehr vorhanden“, sagt Andreas Baier, der Projektleiter für die Sanierung der „Eule“ bei der Gewog, die das Haus vor etwa zwei Jahren gekauft hat.
Bei der bisherigen Sanierung reihte sich bereits Überraschung an Überraschung – „trotz umfangreicher Voruntersuchungen mit mehreren Sachverständigen. Wir haben alle Bereiche aufgemacht und untersucht, wie der Zustand ist, wo man davon ausgehen musste, dass Schäden da sind. Im mittleren Bereich, wo wir jetzt erst noch Untersuchungen gemacht haben, haben die Decken homogen ausgesehen“, sagt Baier, der das doch recht starke Wort „Katastrophe“ im Zusammenhang mit dem Zustand vor allem der konstruktiv wichtigen Hölzer in dem Bereich des Hauses benutzt.
"Eigentlich hätte alles zusammenfallen müssen"
Die Stahlkonstruktion, die der Statiker errechnet hat, soll den Decken zwischen Erdgeschoss und erstem Stock und den Wänden wieder Halt geben. „Die Träger sind zum Teil so lang, dass wir sie stückeln und auf der Baustelle wieder zusammenschrauben mussten“, sagt Baier, der sich immer noch fragt, wie das Haus eigentlich über die Jahre überhaupt noch stehen konnte. „Eigentlich hätte alles zusammenfallen müssen. Der Statiker wundert sich heute noch, warum das Haus noch steht.“
Die Schäden, die im Laufe der Sanierung bereits entdeckt wurden, sind nach Baiers Angaben nicht erst in der jüngsten Zeit entstanden. „Wenn man davon ausgeht, dass das Haus seit rund 400 Jahren steht, sind die Probleme mit eindringender Feuchtigkeit sicher bereits 200 Jahre alt.“
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