25.09.2011, 17:25 Uhr
BAYREUTH. Man möchte ihm eine gigantische Showtreppe aufbauen, die er im Licht eines einzelnen Scheinwerfers hinabschreiten kann, mit diesem eigentümlich erotischen Körperschwung, den nur ein schöner Mann in Mörderabsätzen hinbekommt. Kurz: Christian Schmidt alias Katharina Elena hat zu viel Grandezza, als dass er im Kleinen Haus der Stadthalle den adäquaten Rahmen fände. Ansonsten: entzückend!

Die Premiere am Samstagabend war ausverkauft, Applaus, Johlen und Lachen schwappte kontinuierlich aus dem kunterbunten Publikum – vom hübschen Lesbenpärchen aus der Region bis zum situierten Bayreuther Ehepaar (er mit roter Nase, sie im Blüschen) jenseits der 60 war alles vertreten. Mit neuem Programm, neuem Bühnenpartner (Dominik Kern) und zwei neuen Frauenfiguren reiste Schmidt aus Berlin in die Heimatstadt, um über zwei Stunden und drei Zugaben seine Liebeserklärung ans Schrullig-Fränkische im Allgemeinen und Bayreuth im Speziellen zu geben.
Jeweils fünf
Das Königsportal des Festspielhauses nebst einer Champagnerbar dekorieren die Szene, vor der Schmidt und Kern lästern, parodieren, singen und in jeweils fünf Rollen aufeinandertreffen. Die Episoden sind auf Pointe geschrieben, schauspielerisch detailliert gearbeitet und auch in der humoristischen Überhöhung absurder Bayreuther Alltäglichkeiten eine Freude zum Schauen.
Eine Revue mit Lokalkolorit, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt. Noch einmal spielt die „Lizenz zum Tröten“ am 30. September und 1. Oktober.
ck
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