22.09.2011, 09:39 Uhr
ECKERSDORF. Großes Rätselraten in Eckersdorf: Wo sind die Enten, die zu Beginn der Woche noch den sogenannten Herzogsweiher im Schlosspark Fantaisie belebt haben? Buchstäblich über Nacht sind die Federtiere verschwunden.
Ein aufgebrachter Spaziergänger macht gestern seinem Ärger am Kurier-Telefon Luft. Seit 1993 kommt der Mistelbacher nahezu täglich in den Schlosspark. Etwa 120 Enten seien es noch
im vergangenen Jahr gewesen, die in dem Gewässer im Südosten des Parks in den Sommermonaten eine Bleibe gefunden haben. Dieses Jahr seien es zwar einige Tiere weniger gewesen, aber rund
70 Enten hätten nach Beobachtungen von Spaziergängern noch noch am Montag den Herzogsweiher bevölkert.
Am Dienstagmorgen dann die Überraschung: Der grünlich schimmernde Weiher ist vollkommen verwaist. Keine Enten, keine Schwäne sind weit und breit zusehen. Ein Phänomen, dass nach Auskunft der Stammgäste im Park in den letzten Jahren noch nie zu beobachten war. In einem Mülleimer am Ufer des Weihers finden die Spaziergänger drei leere Patronenhülsen. Für den Mistelbacher Rentner drängt sich ein Verdacht auf: Wurde womöglich verbotenerweise Jagd auf die Wasservögel gemacht? Die genauen Recherchen erweisen sich gestern zunächst als schwierig: Alle Gesprächspartner erfahren erst durch die Kurier-Nachfrage vom rätselhaften Verschwinden der Federtiere.
Niemand weiß etwas
So weiß die Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage nichts von einer etwaigen Bejagung im Schlosspark Fantaisie. Christine Maget, Leiterin der Schlösserverwaltung, kann sich
absolut keinen Reim auf den Tierexodus machen. Auch Günter Schilling, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Eckersdorf-Donndorf, bringt kein Licht ins Dunkel. Zumindest kann er jedoch die
Auskunft erteilen, dass der Weiher zum Staatsforst und somit auf jeden Fall auch zum Jagdgebiet gehört. Schilling verweist wiederum an die beiden Jagdpächter.
Ein Anruf bei Frank Meier bringt dann am Abend doch noch des Rätsels Lösung: Die Enten am Herzogsweiher wurden in den letzten Tagen in der Morgendämmerung tatsächlich von ihm als Jagdpächter ins Visier genommen. Grund: Die Population der Wasservögel im Schlosspark ist dermaßen angewachsen, dass ein regulierendes Eingreifen erforderlich sei. „Jagen mit Herz“ nennt Meier dieses Vorgehen. Gezielt würden dabei die Kreuzungen aus Stockenten und Hausenten bejagt.
Foto: Harbach
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