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19.09.2011, 10:58 Uhr

 

Ein wahres Energiebündel

Von Laura Berger

BINDLACH. Juniorchefin im Busunternehmen Depser und Gemeinderätin: Stefanie Raps zählt gerade 25 Jahre, hat aber schon viel erreicht. Die tatenkräftige Jungpolitikerin ist in die Bindlacher Gemeinschaft integriert.

 

Am Lenkrad fühlt sie sich wohl: Stefanie Raps auf einem ihrer Arbeitsplätze, im Reisebus. Sie steuert das große Fahrzeug souverän quer durch Deutschland und auch mal ins Ausland. Foto: Harbach

„Warum nicht“, dachte sich Stefanie Raps und ließ sich zur Gemeinderatswahl 2008 in Bindlach aufstellen. Sie habe gar nicht wirklich daran geglaubt und plötzlich war es so weit: Von einem Tag auf den anderen war sie ein Mitglied im Gemeinderat der CSU. Alles sei ganz schnell gegangen. „Am Anfang konnte ich gar nicht ahnen, was alles auf mich zukommen würde“, erzählt sie. „Wer weiß schon mit 23 Jahren, was Städtebauförderung bedeutet.“

Stefanie Raps stammt aus dem Ortsteil Theta der Gemeinde Bindlach. Seit ihrem 18. Lebensjahr wirkt sie dort in der Landjugend mit. Dann wurde sie in den Vorstand gewählt und machte sich vier Jahre lang für ihre Mitglieder stark. Ihr Engagement in der Gemeinde Bindlach blieb auch dem ehemaligen Bürgermeister und heutigen Landrat Hermann Hübner nicht verborgen. Er war es damals, der ihr vorschlug, für den Gemeinderat zu kandidieren.

Nach dem Schock

Nachdem die Jungpolitikerin den ersten Schreck überwunden hatte, fand sie zunehmend Gefallen an der Kommunalpolitik.

„Natürlich hat man es in meinem Alter nicht immer einfach. Manchmal ist es schwierig, bei Entscheidungen eingebunden zu werden, weil noch gewisse Erfahrungen fehlen“, sagt sie.

Im Gremium ist sie mit Abstand die Jüngste. Deshalb wünscht sich Stefanie Raps für die Zukunft, dass sich mehr junge Menschen in Gemeinderäten engagieren würden, „damit man sich gemeinsam für die junge Generation einsetzen kann.“

Viele Jugendliche stünden hinter ihr. Allerdings macht sie ein zunehmendes Phänomen etwas traurig: „Viele junge Menschen interessieren sich heutzutage nicht mehr für ihre Gemeinde oder Vereine, sondern machen lieber ihr eigenes Ding.“

Außerdem ist Stefanie Raps im Vorstand des Bayreuther Kreisjugendrings. „Mir liegt am Herzen, dass es im Landkreis genug Freizeitangebote für Jugendliche gibt“, sagt sie aufrichtig.

Kleine hinter großem Steuer

Seit einiger Zeit hat ihre Mutter die Leitung des Busunternehmens Depser übernommen. Nach ihrer Ausbildung zur Großhandelskauffrau ist Stefanie Raps inzwischen ins Geschäft mit eingestiegen – als Juniorchefin.

Depser bietet sowohl Tagesreisen als auch eine Linie zur Bindlacher Grund- und Hauptschule an. Dort sitzt sie nicht nur im Büro. „Meine Arbeit ist wahnsinnig abwechslungsreich. Ich komme viel rum und sehe große Städte“, schwärmt sie. Oftmals sorgt es für Überraschung, dass eine so junge und recht kleine Frau große Reisebusse fährt.

Bei der Erinnerung an ihre ersten Schulfahrten musste sie fast losprusten: „Einmal stieg ein kleiner Zwerg ein, der sagte zu seinen Freunden: Schaut mal Jungs, schon wieder diese Frau.“ Mit den Kindern hatte sie schon so manches lustige Erlebnis. So vertrauten sie ihr Familiengeheimnisse an, die nicht für fremde Ohren gedacht seien.

Kleine Schüler, große Tränen

Allerdings ist ihre Arbeit manchmal wirklich sehr anstrengend. Man weiß ja, wie laut und quengelig Kinder sein können. „Es sind sicherlich wieder große Tränen geflossen, als die Erstklässler alleine mit dem Schulbus fahren mussten“, kann sie sich vorstellen. Seit Generationen ist ihre Familie in Theta verwurzelt. Raps wuchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und packt auch heute noch bei der Zucht der Angusrinder mit an.

Zu viel wird es dem Energiebündel nicht, denn die Aufgaben sind alle saisonbedingt.

„Es ist machbar. Ich bin liebend gern in Gesellschaft“, sagt sie mit Nachdruck. An keinem anderen Ort will sie lieber wohnen. Es sind ihre Familie und der große Freundeskreis, der ihr Theta so lebenswert macht. Alle wohnen im Umkreis von fünf Kilometern.

„Ich bin sehr heimatverbunden und identifiziere mich mit meiner Gemeinde.“ Auch wenn das Internet nur langsam läuft. Aber daran arbeitet die Jungpolitikerin auch schon.




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