10.09.2011, 13:00 Uhr
Von Udo Meixner
GRAFENWÖRHR. Inferno am Morgen – Entsetzen am Abend: Die Terrorwelle vom 11. September schockte auch und gerade die amerikanischen Soldaten und deren Familienangehörige rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
Sofort nach Bekanntwerden der Anschläge wurde die höchste Sicherheitsstufe „Alpha“ verhängt, strengste Kontrollen an den Zufahrten waren die Folge. Die Frage, ob in Grafenwöhr stationierte Soldaten für mögliche Einsätze in Arabien abgestellt würden, ließ die Army seinerzeit offen: „Man muss auf alles vorbereitet sein“, so die Auskunft kurz nach den Terrorangriffen.
De facto wurden in den vergangenen zehn Jahren Tausende US-Soldaten in Grafenwöhr auf ihre Einsätze im Irak und in Afghanistan vorbereitet. Derzeit sind die auf dem Übungsplatz stationierten Soldaten der 172. Infanteriebrigade nach Afghanistan verlegt. Das in Vilseck stationierte 2. Stryker-Kavallerieregiment kehrte im Juli aus dem zwölfmonatigen Afghanistaneinsatz zurück. Nach offiziellen Angaben kamen 20 Soldaten der Einheit beim Einsatz ums Leben.
Keine Antwort zu Sicherheitsfragen
In Fragen der Sicherheit lässt man sich bei der Garnison Grafenwöhr allerdings nicht in die Karten schauen. „Das diskutiert die Army nicht in der Öffentlichkeit“, so Pressesprecherin Susanne Bartsch auf die Frage nach aktuellen Schutzmaßnahmen für Soldatenfamilien innerhalb und außerhalb des Übungsplatzes. Nur so viel: Derzeit gelte an den Zufahrten die zweithöchste Sicherheitsstufe „Bravo“. Die Kontrollen nimmt der Sicherheitsdienst Pond Security Service GmbH aus Hanau, ein Vertragspartner der US-Army, vor. Gegebenenfalls wird das Wachpersonal von deutscher Polizei oder US-Militärpolizei unterstützt.
Aus Anlass des zehnten Jahrestages der Anschläge findet am morgigen Sonntag ab 14.30 Uhr im US-Südlager Vilseck eine feierliche Zeremonie statt. Dabei wird ein Originalstahlträger aus den Überresten des World Trade Centers vom 2. Stryker-Kavallerieregiment an das Bundeswehr-Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach übergeben. In Oberviechtach wird mit dem Stahlträger ein Denkmal errichtet – als einziger Ort in Deutschland erhält die Stadt ein Originaltrümmerteil aus dem zerstörten Word Trade Center in New York.
Foto: Röttenbacher
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