19.08.2011, 11:46 Uhr
BAYREUTH. Die Bayreuther Festspiele, die als „Mutter aller modernen Festspiele“ gelten, haben auch Radiogeschichte geschrieben. Gestern vor 80 Jahren wurde aus dem Bayreuther Festspielhaus die Oper „Tristan und Isolde“ (Dirigent damals: Wilhelm Furtwängler) in über 200 Länder der Welt ausgestrahlt.
Auf seiner Homepage berichtet der Bayerische Rundfunk (BR), welcher Aufwand damals betrieben wurde: „Eine riesige Verstärkeranlage musste in den beengten Räumen untergebracht werden. Von dieser aus verlegte die deutsche Reichspost zwei Kilometer Freileitung zum nächsten Verstärkeramt. Per Kabel und per Funk gingen die Übertragungen zu fast allen europäischen Rundfunkstationen sowie zu Stationen in Nordamerika und Afrika.“
Für die Festspiele war das damals ein gutes Geschäft – die Deutsche Rundfunkgesellschaft bezahlte dafür laut BR 30 000 Mark. Die Reaktionen waren offenbar ermutigend: „Schon in den Abendstunden des 18. August 1931 lagen telegrafische und telefonische Meldungen über den weltweiten Empfang vor. Die Deutsche Zeitung Berlin schrieb am darauf folgenden Tag von einer klaren und ,akustisch einwandfreien Übertragung‘“, berichtet der BR.
Von dieser Rundfunkübertragung sind übrigens nur drei kurze Ausschnitte, die das dänische Radio damals mitgeschnitten hatte, erhalten. In Deutschland waren damals Aufzeichnungen nicht erlaubt.
Seit dieser Zeit überträgt der Bayerische Rundfunk Jahr für Jahr live verschiedene Wagneropern aus dem Bayreuther Festspielhaus.
red/Symbolbild: pa
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.