15.08.2011, 20:00 Uhr
Von Frank Schmälzle
BAYREUTH. Ein leicht verletzter Besucher, dem es bereits wieder besser geht. Zwei geknickte Fahnenmasten, ein paar demolierte Sonnenschirme und eine Beule in einem Auto: Mehr ist nicht passiert, als der Himmel am Sonntagnachmittag beim Public Viewing über ein paar tausend Menschen auf dem Volksfestplatz seine Schleusen öffnete. Die genaue Besucherzahl wollten am Montag weder Siemens noch die Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH (BMTG) nennen.
Kempgens zieht ein positives Fazit: „Von dieser Festspielnacht werden wir noch lange sprechen“, lacht er am Montag im Kurier-Gespräch. Die Anspannung ist weg. Die Freude über eine – gerade wegen des gewaltigen Regengusses – besondere Veranstaltung immer noch da.
Professionelle Arbeit
Nicht mal 24 Stunden zuvor. Es ist 17.45 Uhr auf dem Volksfestplatz, kurz vor dem 2. Akt des Lohengrin im Festspielhaus – und alle, die das Public Viewing hier unten auf dem Volksfestplatz zu managen haben, stehen unter Strom. Jan Kempgens und dem Organisationsstab liegt zwar keine offizielle Unwetterwarnung vor. Was da vom Himmel herunterkommt, ist einem Unwetter aber schon ziemlich nahe. Die Entscheidungen sind klar und schnell: Die Helfer, denen Kempgens absolut professionelles Arbeiten bescheinigt, öffnen alle Sicherheitstore und Notausgänge. Sie bereiten die nahe gelegene Oberfrankenhalle als möglichen Zufluchtsort für durchnässte Besucher vor.
Und sie verteilen 10.000 Regencapes, die erst tags zuvor eingetroffen waren. „Wir hatten im Vorfeld der Veranstaltung noch gescherzt“, sagt Kempgens. „Bestellen wir sie mal, dann brauchen wir sie nicht.“
Alle halten sich an das vorher abgestimmte Sicherheitskonzept – und dennoch: Die Anspannung bei den Verantwortlichen ist immens. Erstaunliches geschieht im strömenden Regen auf dem Platz, es ist das glatte Gegenteil von Panik. „Gesittet“, sagt Kempgens, nehmen die Besucher die dünnen Regenhäute, die Helfer ihnen anbieten, entgegen. Lassen sich noch ein paar Capes für die anderen, noch nicht versorgten Besucher mitgeben. Und vor allem: Viele setzen sich mitten im Regen einfach wieder auf ihre Plätze. „Unglaublich“, sagt der Veranstaltungsleiter. „Das hier wird ein Happening.“
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