15.08.2011, 17:29 Uhr
BAYREUTH. Er kletterte über eine mit Drahtrollen geschützte Mauer und schlug einen Beamten nieder: Am vergangenen Samstagmorgen ist ein 26-Jähriger aus dem Gefängnis in Bayreuth geflohen. Polizisten konnten den Mann, der wegen Betrugs und Urkundenfälschung eine eineinhalbjährige Haftstrafe verbüßt, fassen. Kurier-Volontärin Heike Fauser sprach mit JVA-Leiter Dieter Waas unter anderem über Sicherheit.
Frage: In welchem Zustand befindet sich der verletzte Beamte?
Dieter Waas: Ich habe mit dem Mann telefoniert. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Es wurde bei ihm ein Bruch des Jochbeins diagnostiziert,
außerdem hat er nach wie vor Schwellungen im Gesicht.
Frage: Wird der Geschädigte psychologische Betreuung erhalten?
Waas: Ja, natürlich. Wir haben Fachbedienstete, ein sogenanntes Kriseninterventionsteam, das jede Anstalt in Bayern besitzt. Diese Leute stehen dem
Geschädigten generell zur Verfügung. Wobei natürlich jeder selbst entscheiden kann, ob er Hilfe benötigt.
Frage: Und wie geht es dem Gefangenen?
Waas: Der ist erstaunlich fit für seine Verletzungen. Er musste mit rund 20 Stichen und 30 Wundklammern genäht werden.
Frage: Es heißt, der Mann müsste ziemlich athletisch gewesen sein, weil er sonst nicht über die Mauer gekommen wäre.
Waas: Das ist tatsächlich so. Ohne seine sportlichen Fähigkeiten wäre ihm das auch nicht gelungen.
Frage: Wie schwierig ist es denn wirklich, aus der JVA Bayreuth auszubrechen?
Waas: Einfach ist es nicht. In Bayreuth gibt es drei Anstaltsbereiche. Der erste befindet sich in der Markgrafenallee, der sicherlich die höchste
Sicherheitsstufe hat. In der Anstalt zwei an der Bernecker Straße, wo der Häftling saß, sind die Sicherheitsanforderungen nicht ganz so hoch. Dort haben wir unsere
Krankenabteilungen und auch Freigänger. Im dritten Teilbereich in St. Johannis liegt der offene Vollzug, wo es keine größeren Sicherheitsvorkehrungen gibt.
Das komplette Interview lesen Sie am Dienstag im Kurier.
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