15.08.2011, 10:30 Uhr
Von Anne Bürmann
BAYREUTH. Man hätte annehmen können, dass Petrus ein Wagnerianer ist. Am Sonntagnachmittag gab es strahlenden Sonnenschein, kaum eine Wolke war am Himmel. Er meinte es gut mit den Bürgern und Gästen der Stadt Bayreuth, die am Sonntag zu Tausenden die Siemens-Festspielnacht besuchten. Aber nur bis nach dem ersten Akt von Richard Wagners „Lohengrin“. Dann setzte der große Wolkenbruch ein.
Am Vormittag pilgerten die Menschen in Scharen zum Volksfestplatz, bepackt mit Klappstühlen, Campingtischen und Kühltaschen. Alle erfreut darüber, dass die Sonne schien. Um 11 Uhr
war es schon so warm, dass die Besucher ihre Regenschirme als Sonnenschirme nutzten. Wer seinen Regenschutz zu Hause gelassen hatte, bastelte sich aus den kostenlosen Zeitungen, die auf dem
Gelände verteilt wurden, Papierhüte. Auch so konnte man ein wenig Schatten genießen. Je näher der Beginn der Liveübertragung rückte, desto voller wurde der
Platz.
Dann die Fanfarenklänge. „Achtung, jetzt geht’s los“, rief ein älterer Herr seiner Tischnachbarin zu. Auf der 180 Quadratmeter großen Leinwand, die doppelt so groß ist wie die im vergangenen Jahr, erblickte man das erste Bühnenbild der Inszenierung von Hans Neuenfels. Die Gespräche wurden nur noch im Flüsterton weitergeführt oder verstummten ganz. Eine Stunde lang Wagner pur. Welch ein Genuss. Danach die erste Pause. Es kam wieder Bewegung in die Menge. Der Geruch von heißen Pizzen und gegrillten Bratwürsten lockte die Opernfans in die Zelte. Dazu ein kühles Bier oder eine erfrischende Limonade. Jeder schien zu frieden zu sein. Doch der Himmel verdunkelte sich und innerhalb von Minuten setzte ein Gewitter ein. Es goss in Strömen.
Kleine Seenplatte
Der Volksfestplatz verwandelte sich nach und nach in eine kleine Seenplatte. Wer nicht sowieso schon nasse Füße hatte, bewegte sich nur noch hüpfend vorwärts. Rund die
Hälfte der Besucher raffte ihre Sachen zusammen und verließ das Gelände. Doch es gab auch viele Hartgesottene. Sie suchten Schutz in den Zelten oder nutzten ihre altbewährten
Schirme. Andere bedeckten ihre Körper mit Regencapes, die sie von den Veranstaltern erhalten hatten.
Nach gut einer Stunde ließ der Regen nach und der Himmel klarte wieder auf. Und die Besucher hatten wieder ein Lächeln im Gesicht, wie zum Beispiel Michaela Zink. Obwohl ihre Kleidung komplett nass war, blieb sie sitzen. „Man bekommt so schwer Karten für die Festspiele, da muss man solche Gelegenheiten nutzen. Außerdem sind wir ja schon nass, da lohnt sich das Gehen nicht.“
Den kompletten Artikel lesen Sie in der Montagsausgabe des Kuriers.
Die Bildergalerie zum Public Viewing finden Sie hier, sowie hier die Bilder vom Regenguss!
Foto: Kolb
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