13.08.2011, 14:23 Uhr
Von Lisa Faber
Große Aufregung in der Studiobühne: Zwei Wochen lang haben 21 Kinder und Jugendliche ein Theaterstück einstudiert. Am Freitag hatten sie ihren Abschlussauftritt vor einem vollen Saal.

Die Anspannung ist förmlich greifbar: Zum letzten Mal proben die Teilnehmer des Theaterworkshops vor ihrem großen Auftritt. Auf der Bühne sitzt eine Familie in einem „kleinen heruntergekommenen Haus“, wie die Erzählerin Judith erklärt. Der Vater Lukas ist Musiker, die Mutter Hausfrau, die Oma schwerhörig. Die Tochter wächst gerade aus dem Babyalter heraus und Sohn Matthias ist ein Träumer.
Als es zum Abendessen geht, fehlt der Stuhl für Matthias, den der zehnjährige Lukian spielt. Den haben die Jugendlichen vergessen: „Da seht ihr, warum es auf eine gute Bühnenausstattung ankommt“, mahnt die Theaterpädagogin Alexandra Schmitt-Hornischer, die die Theaterwerkstatt leitet, lachend. „Ihr müsst den Raum so einrichten, dass alles da ist, was ihr braucht.“ Auch der Chorgesang, der in Matthias’ Traum vorkommt, ist noch nicht ganz synchron. Schmitt-Hornischer rät den Schauspielern, sich an den Darstellerinnen der beiden Emilys zu halten: „Die liegen meistens richtig.“
Technik und Maske
Die Probe ist vorbei, noch eine Stunde bis zur Aufführung. Der zehnjährige Nicolas und der elfjährige Robert kümmern sich um die Technik: Sie stellen die Scheinwerfer ein und richten das Bühnenbild für den ersten Akt her. Für den Rest heißt es: Schminken. Auch für die Jungs. In der Maske geht es hektisch her, manche schminken sich selbst, andere helfen sich gegenseitig. „Soll ich mir einen Bart malen?“, fragt ein Junge in die Runde. „Ein Bart ist immer gut“, antwortet Schmitt-Hornischer. Auch sie greift ein und hilft den Jungschauspielern, sich zurechtzumachen.
Langsam greift die Anspannung um sich: „Ich bin immer furchtbar aufgeregt“, sagt die elfjährige Kira. Judith und Luisa bleiben da schon ruhiger, beide machen schon seit mehreren Jahren beim Theaterworkshop mit. Hektisch rennen alle über den Gang, denn vor dem Auftritt muss noch einiges erledigt werden.
Juhuu, Stuhl da
Um die Schauspieler vor ihrem Auftritt zu sammeln, ruft die Theaterpädagogin alle in einem Kreis zusammen: zum Auf-der-Stelle-joggen und damit jeder mal so richtig losbrüllen kann. Das hilft: Mit strahlenden Gesichtern gehen die Schauspieler in den prall gefüllten Theatersaal. Dann klappt plötzlich alles: Matthias hat seinen Stuhl und der Chor den passenden Einsatz. Am Ende gibt es viel Applaus für die Mitwirkenden und viele strahlende Gesichter.
Der Einsatz hat sich gelohnt: Die Teilnehmer im Alter von neun bis 16 Jahren haben zwei Wochen lang jeden Tag vier Stunden geübt. Sie haben menschliche Statuen gebaut, Atem- und Stimmübungen gemacht und improvisieren geübt. „Die Impro-Richtung ist gut, dass die Jugendlichen lernen, Geschichten zu entwickeln“, sagt Schmitt-Hornischer. Die Jugendlichen mussten spontan einen Hund oder einen Baum darstellen. So konnten sie üben, selbst ein Theaterstück zu entwickeln. Schmitt-Hornischer wählte das Buch „Matthias und sein Traum“ von Leo Lionni aus. Dazu mussten sich die Jugendlichen Charaktere aussuchen und überlegen, wie sie die Geschichte letztendlich auf die Bühne bringen möchten.
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