09.08.2011, 10:35 Uhr
Von Gert-Dieter Meier
BAYREUTH. 800 Mitwirkende haben am Sonntagabend auf Einladung von Taff die 100. Festspiele gefeiert.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und weil in diesem Jahr die Bayreuther Festspiele zum hundertsten Male über die Bühne gehen, wurde eben dieses Faktum zum Anlass genommen, dieses besondere Ereignis gebührend zu feiern.
Nicht pompös
Gebührend, aber doch anders. Denn es gab keinen offiziellen Festakt, keine langen Reden, keinen Festvortrag, sondern ein ungezwungenes Fest. Gefeiert wurde auch nicht in pompösem Rahmen, sondern auf der Probebühne 6 des Festspielhauses – dort also, wo auch schon Festspielleiter Wolfgang Wagner von Mitwirkenden und Freunden enthusiastisch gefeiert wurde, als er 2008 in den wohlverdienten Ruhestand ging.
Möglich gemacht hat das Fest der Verein Taff. Das Team aktiver Festspielförderer hat gemeinsam mit den Statisten der Festspiele die Probebühne leergeräumt, Biergarnituren gestellt und Speisen und Getränke organisiert.
Eingeladen waren sämtliche Mitwirkenden der Festspiele – vom Bühnenarbeiter bis zur Festspielleitung, Schneider und Schreiner, Solisten und Musiker, Dirigenten, der Chor, Blaue Mädchen und, und, und. Was die etwa 800 Besucher erwartete? Bier, Wein und Wasser, Bratwürste, Pizzen und chinesische Nudeln – vor allem aber gute Stimmung. Mittendrin: Die Dirigenten Thomas Hengelbrock und Sebastian Weigle, Chorchef Eberhard Friedrich und eine große Zahl von Solisten – darunter Simon O’Neill, Klaus Florian Vogt, Günther Groissböck, Martin Snell, Michael Nagy, Clemens Bieber, Rainer Zaun, Markus Eiche, Georg Zeppenfeld und Astrid Weber.
Dank der Wagner-Schwestern
Und weil dieses Fest für alle Mitwirkenden zum ersten Mal überhaupt gefeiert wurde, bedankten sich die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier bei den Sponsoren und bei Taff, um sich dann sogleich wieder in die Menge zu begeben.
So richtig in Wallung geriet die Festgemeinde, als eine Band aus Musikern und Chorsängern der Festspiele die Bühne enterte und beste Tanzlaune in die Halle brachte. So gut gelaunt und ausgelassen ging’s am Grünen Hügel zu, dass es sich selbst die Polizei, offenbar von Mitbürgern motiviert, nicht nehmen ließ, einen Abstecher dorthin zu machen. Später am Abend, am Rande des Hügels, erlebte mancher die Beamten dann abermals – dieses Mal bei mitternächtlichen Alkoholkontrollen rund um den Hügel.
Gefeiert wurde offiziell bis 2 Uhr morgens. Einige wenige hielten noch geringfügig länger durch. Morgens um 9 Uhr war das ganze Festareal dann schon wieder festspieltauglich. Taff, Festspielstatisten und Sponsoren hatten ganze Arbeit geleistet. Seit Sonnenaufgang.
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