09.08.2011, 09:45 Uhr
Von Lisa Faber
BAYREUTH. Aus Japan, China, Russland, Polen, der Mongolei und vielen anderen Ländern kommen die Teilnehmer der 15. Sommeruni. Gestern lernten sie bei einer Campusführung die Uni kennen.

Das war Glück: Eine halbe Stunde vor der Campusführung schüttete es wie aus Eimern, pünktlich zum Beginn kam die Sonne heraus. Auf dem Vorplatz der Mensa versammelten sich die ausländischen Studierenden, Mitarbeiter der Sommeruniversität hielten Schilder mit Sprachen hoch: auf Deutsch, Englisch und Chinesisch wurden die Führungen angeboten. Auch für japanische Studierende der Universität Tsukuba gab es einen Rundgang. Mit 46 Teilnehmern sind die Japaner die am stärksten vertretene Nation bei der Sommeruni. Mit 43 Prozent kommen die meisten Studierenden aus Asien. 38 Prozent stammen aus Europa, 16 Prozent aus Afrika und drei Prozent aus Amerika.
Rundgang über den Campus
Gestartet wurde der Rundgang vor der Mensa. Um das Rondell herum ging es am Neubau der Rechtswissenschaften vorbei zur Studentenkanzlei. Die gebürtige Südkoreanerin Lee-Otto Dongjae, die seit 20 Jahren in Bayreuth wohnt, führte eine deutschsprachige Gruppe über den Campus. Sie erklärte den Studierenden Geschichtliches zur Universität, zum Schulsystem in Deutschland und wo welches Gebäude zu finden ist. Denn die Kurse der Sommeruni finden auf dem ganzen Unigelände statt. Weiter ging es Richtung Geowissenschaften: „Dort hinten ist das Glashaus. Da finden tolle Studentenpartys statt“, gab Dongjae den ausländischen Studenten praktische Tipps für ihren Aufenthalt. Am Audimax vorbei ging es Richtung Innenstadt.
Für viele Studenten ist es der erste Besuch in Bayreuth. Tina Morgulia stammt aus Georgien. Die 20-Jährige verbrachte schon einmal ein Austauschsemester im Sauerland, in Bayreuth ist sie das erste Mal. Gezielt habe sie nach einer ruhigeren, kleineren Stadt gesucht, erzählt die 20-Jährige. Obwohl sie erst seit Sonntag in der Stadt ist, hat sie schon einiges gesehen. „Ich war im Biergarten und im Park vom Neuen Schloss.“ Auch Gem Darwin aus England reiste am Sonntag an. Viel gesehen habe sie von der Stadt aber noch nicht und freue sich deswegen auf die Stadtführung nach der Tour über den Campus, erzählt die 20-Jährige. Melanie Gierszal aus Polen gefällt an Bayreuth das viele Grün in der Stadt: „So grün ist es in polnischen Städten leider nicht“, sagt die 22-Jährige. Dass die Sommeruni in die Ferienzeit fällt, macht ihr nichts aus. Sie möchte ihren Master machen und muss dazu noch einige Kurse nachholen. Deswegen hat sie sich für den Kurs „Wirtschaftskommunikation in Deutschland“ entschieden. Probleme mit der Sprache hat sie keine, sie spricht nahezu akzentfrei: „Ich bin in Deutschland geboren und mit zehn Jahren nach Polen gezogen“, erzählt sie. Deswegen habe sie zwei Muttersprachen.
Insgesamt nehmen 204 Studenten aus 52 Ländern an der Sommeruni teil. Untergebracht sind sie je zur Hälfte in Studentenwohnheimen oder in Wohngemeinschaften. Die meisten bleiben bis 2. September in Bayreuth, einige haben siebenwöchige Kurse gebucht. Am Vormittag können die Teilnehmer Deutschkurse, am Nachmittag je nach ihrem Kenntnisstand Kommunikationsübungen oder Fachkurse besuchen.
Gelerntes umsetzen
„Außerdem gibt es landeskundliche und kulturelle Veranstaltungen, bei denen die Studierenden Gelerntes umsetzen können“, sagt Filiz Durak, Geschäftsführerin des Instituts für Internationale Kommunikation und Auswärtige Kulturarbeit (IIK).
Auch die Freizeitgestaltung kommt nicht zu kurz. „Es gibt ein intensives kulturelles Programm“, sagt Durak. Die Angebote reichen von einem internationalen Chor über eine Theaterwerkstatt bis hin zu einem Literaturcafé und Sportangeboten. Jeden Freitag finden in verschiedenen Lokalitäten in der Innenstadt internationale Partys statt.
INFO: Die Sommeruniversität wird vom Institut für internationale Kommunikation und Auswärtige Kulturarbeit (IIK) und der Uni Bayreuth veranstaltet.
Fotos: Harbach
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