08.08.2011, 16:30 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. Trotz eines seit über zehn Jahren anhaltenden Schülerrückgangs in Oberfranken sieht es für das kommende Jahr gerade bei den Schulanfängern etwas besser aus: „Wir haben ein bisschen weniger weniger“, sagte Regierungspräsident Wilhelm Wenning doppeldeutig bei der Schuljahrespressekonferenz am Montagnachmittag in der Regierung von Oberfranken. Vom Rückgang der Schülerzahlen profitieren vor allem die Schüler selbst: durch kleinere Klassen.
Der freie Fall der Schülerzahlen – seit 2000 ist die Zahl von knapp 80.000 Kindern an Grund- und Hauptschulen auf aktuell 52.960 zurückgegangen – geht zwar weiter, aber nicht mehr so extrem: Im Vergleich zum Vorjahr sind 2665 oder 4,79 Prozent weniger Kinder angemeldet, die Gesamtzahl der Schüler beläuft sich laut Wenning und dem Leiter der Schulabteilung, Klemens M. Brosig, auf 52.960 Kinder und Jugendliche. Bemerkenswert: Waren es im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr „noch rund 700 Schulanfänger weniger, sind es im neuen Schuljahr nur minus 167“, sagt Wenning.
Kleinere Klassen
Die Schüler profitieren sowohl in der Grund- als auch in der neuen Mittelschule, „die jetzt zum neuen Schuljahr erst richtig greift“, wie Brosig sagt, von kleineren Klassen: „In der Hauptschule kommen wir erstmals unter einen Klassendurchschnitt von 20 Schülern“, sagt Wenning. Was auch daran liegt, dass „der Rückgang der Klassen von minus 2,76 Prozent im Verhältnis kleiner ist als der Rückgang der Schülerzahlen“.
Die Zahl der Klassen mit weniger als 15 Schülern hat um 67 auf 215 zugenommen, die Klassen mit mehr als 21 Schülern haben deutlich abgenommen, in ganz Oberfranken gibt es keine Klasse mit mehr als 30 Schülern. „Wobei sich das noch ändern kann, wenn zwei oder drei Schüler im laufenden Schuljahr in eine der mittelgroßen Klassen kommen“, sagt Wenning.
Das führt jedoch auch zu Problemen: „Da wir sehr viele Klassen mit unter 20 Schülern haben, werden wir sicher Mehrzuweisungen aus München brauchen“, sagt Brosig: An vielen Schulen reicht das Budget nicht, was aber erst im folgenden Schuljahr ausgeglichen werden könne.
Alte Lehrer
Interessant ist ein Blick auf die Lehrerzahl: Insgesamt unterrichten 4679 Lehrer an den oberfränkischen Schulen, die zum Bereich der Schulabteilung der Regierung gehören. 2010 waren es über 100 mehr, gegenüber 2009 fehlen weitere rund 120. „Allerdings sinkt die Zahl der Lehrer nicht in dem Maß wie die Schülerzahl – wobei wir aus Oberfranken den größten Teil der jungen Lehrer abgeben müssen, und zwar nach Südbayern. Deshalb haben wir hier einen relativ hohen Altersdurchschnitt“, sagt Brosig auf Nachfrage unserer Zeitung.
Foto: dpa
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