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08.08.2011, 16:00 Uhr

 

Erste Kritik lobt "Schoßgebete" von Charlotte Roche

BERLIN. Erst am Mittwoch ist Charlotte Roches neuer Roman "Schoßgebete" zu haben. Doch erste Reaktionen gibt es schon jetzt. Der Verlag vermarktet das Buch über Sex in der Ehe gekonnt. Und Roche verriet, ihr Mann sei beim Lesen "hinten rüber gefallen".

 

Der neue Roman "Schoßgebete" von Bestsellerautorin Charlotte Roche ("Feuchtgebiete") ist in der ersten Rezension positiv aufgenommen worden. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) schrieb am Montag: "Charlotte Roche hat ein Buch geschrieben, das uns weit über die Lektüre hinaus bewegt und beschäftigt." Die Autorin wahre die Balance zwischen Verbergen und Enthüllen, Künstlichkeit und Komik bis zum Schluss, befand Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg.

Das Buch kommt am Mittwoch mit einer Startauflage von 500 000 Exemplaren heraus. Der Piper Verlag vermarktet es mit einer ausgeklügelten Strategie. Die FAZ war nach Angaben von Verlags-Pressesprecherin Eva Brenndörfer die erste Zeitung, die eine Rezension schreiben durfte. "Der Spiegel" bekam ein großes Exklusiv-Interview mit der 33 Jahre alten Autorin und TV-Moderatorin. "Das Medieninteresse ist riesig, und der Buchhandel hat sehr gut eingekauft", sagte Brenndörfer auf Anfrage.

Mit ihrem freizügigen ersten Roman "Feuchtgebiete" hatte Charlotte Roche 2008 einen Skandal ausgelöst. Das Buch stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste und verkaufte sich mehr als zwei Millionen mal. In einem kurzen Werbe-Video verspricht die deutsch-britische Autorin ihren Fans jetzt noch eine Steigerung: "Wer dachte, "Feuchtgebiete" ist krass, muss sich hierbei richtig anschnallen. Das ist eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle."

Laut FAZ nähert sich Roche in "Schoßgebete" dem Sex so detailfreudig wie in "Feuchtgebiete". "Von dem entwaffnend umgangssprachlichen Erzählton ... sollte man sich nicht täuschen lassen: Hier ist eine Erzählerin am Werk, die genau weiß, was sie tut", hieß es. "Der Unfalltod ihrer Geschwister, das wahre Ereignis, verleiht dem Roman eine Dringlichkeit und eine Wucht, denen man sich nicht entziehen kann."

Roches drei Brüder waren 2001 auf dem Weg zu ihrer Hochzeit bei einem Autounfall ums Leben gekommen, die Mutter wurde schwer verletzt. In ihrem neuen Buch erlebt die Ich-Erzählerin Elizabeth die gleiche Tragödie. Sie habe das geschrieben, weil sie das Gefühl hatte: "Das muss jetzt raus", sagte Roche dem "Spiegel". "Ich habe bis heute nicht getrauert, kein bisschen."

Der Zeitschrift "Brigitte" sagte die Autorin, sie hoffe, dass ihre Tochter und andere Familienmitglieder das neue Buch nicht lesen würden. Es sei ein so intimer Einblick in eine Ehe, dass ihr Mann nach dem Lesen erst einmal "hinten rüber gefallen" sei. "Er brauchte Tage, um sich wieder einzukriegen, auch wegen der Vorstellung, was seine Familie über ihn und die Frau, die er liebt, denken wird."

dpa/Foto: pa



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