04.08.2011, 16:31 Uhr
Von Alexander Bauer
BAYREUTH. Die Marktsanierung stößt Einzelhändlern am Unteren Markt bitter auf.
Der neu angelegte Markt ist für viele Menschen der Hingucker der Innenstadt. Aber während in der Max-Straße die Neugestaltung überwiegend positiv aufgenommen wird, stehen die Händler am Unteren Markt seit Wochen vor einer Schotterwüste und tiefen Baugräben.
„Seit zwölf Wochen haben wir hier die Baustelle vor der Tür, da fühlt man sich wie im Film „Täglich grüßt das Murmeltier“. Das kann doch nicht sein, dass hier viermal die Gräben zu- und fünfmal wieder aufgebaggert werden“, sagt Erwin Reiss, Geschäftsführer von Reiss Herrenmoden. Sein Geschäft liegt an der Ecke Dammallee zur Maxstraße und ist direkt betroffen von den Baumaßnahmen am Unteren Markt. Ein bauliches System sei seiner Meinung nach nicht zu erkennen. „Beispielsweise wurde mit einem Lkw eine Fuhre Sand her gefahren, zwei Tage später wurde der Sand dann wieder abgeholt.“
Spiel- und Fressgasse
Torsten Matthes, Geschäftsführer des Novello, hat auch mit dem Umsatzrückgang zu kämpfen. „Man kann davon ausgehen, dass wir circa 20 Prozent weniger Umsatz gemacht haben.“
Dieter Kruse, Geschäftsführer des FTS Reisebüros, fühlt sich von der Stadt alleine gelassen. „Wir gehören ja noch zu diesem Blinddarm des unteren Marktes, wurden aber nicht über die Baumaßnahmen informiert, was vielleicht auch daran liegt, dass unsere Adresse zum Hohenzollernring gehört.“ Besonders verärgert ist Kruse darüber, dass man jegliche Sicht auf das Reisebüro verbaut habe. „In den Sommermonaten haben wir viele Last-Minute-Angebote, das ist dann unser Steckenpferd. Jetzt sind die verdeckt, da kann man sich ja denken, wie viel Kunden wir zureit haben.“
Kruse sieht aber ein allgemeines Problem, dass den Unteren Markt betrifft. In den vergangenen Jahren seien immer mehr Fachgeschäfte abgewandert, stattdessen hätten Spielcenter und Imbissbuden aufgemacht. „Die Untere Max-Straße verkommt immer mehr zur Spiel - und Fressgasse. Man braucht sich ja nur die Unterführung unter dem Hohenzollernring anschauen und bekommt das blanke Grauen.“
"Planmäßig"
Laut Hans-Dieter Striedel, Baureferent des Stadtbauamts, verlaufen die Baumaßnahmen am Unteren Markt planmäßig. Verzögerungen aufgrund des schlechten Wetters konnte man durch die doppelte Anzahl an Arbeitern ausgleichen, so Striedel. Bis zum Weihnachtsmarkt soll die Neugestaltung des Marktes abgeschlossen sein, bis dahin würde man ein neues Pflaster, eine einseitige Blindenspur und Schirmhalterungen anbringen.
Foto: Lammel
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