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27.07.2011, 17:00 Uhr

 

Zuviel Hitze und ein Wolf

Von Lisa Roderer

COLORADO. Schon eine Woche ist Achim Heukemes jetzt zu Fuß durch die USA unterwegs. Die sengende Hitze hat im zugesetzt und er hat nun alle Aktivitäten in die tiefste Nacht hinein verlegt. Doch das macht sein Vorhaben nicht gerade einfacher.

 

Abkühlung fand Heukemes nur im Eimer mit Eiswasser, statt im Colorado River.
Abkühlung fand Heukemes nur im Eimer mit Eiswasser, statt im Colorado River.
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Abkühlung fand Heukemes nur im Eimer mit Eiswasser, statt im Colorado River.
Immer weiter durch die Sand Hills von Kalifornien.
So sandig die Landschaft aussieht, so heiß ist sie auch.
Kurze Entspannung mit kaltem, nassen Handtuch.
Die Hitze brennt ohne Erbarmen.
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Schon am ersten Tag seiner Laufstrecke stellte Heukemes fest, dass sein Vorhaben nicht ohne ist. Während er in den frühen Morgenstunden noch gut sein Programm abspulen konnte, wurde es kurz darauf wieder sehr heiß und bergig. „Meine Beine wurden immer schwerer und ich brauchte für die letzten 44 Kilometer über sechs Stunden“, erzählt er. Als er seine Teamkollegen am Abend endlich erreicht hatte, war er einfach nur noch froh angekommen zu sein und seine Begleiter ebenfalls.

Hilfsangebote von Wildfremden


Kurz nach Mitternacht startet der nächste „Tag“ für Heukemes. Bis die Sonne schließlich hinter den Wüstenbergen hervorkam, war er auch relativ flott und gut unterwegs. Die Strecke ist in den ersten Tagen mit der Radstrecke identisch und so musste er sich erneut durch die Sand Hills kämpfen, die ihm seinem Hinweg noch „in heißer Erinnerung“ geblieben sind. „Auf der anderen Seite angekommen, kam es mir vor, als ob mir plötzlich jemand den Stecker herausgezogen hätte“, berichtet Heukemes. Plötzlich stiegen die Temperaturen knapp unter die 50 °C-Grenze und er wechselte vom Laufen ins Gehen. „Knapp 400 Meter entfernt von meiner Verpflegungsstation stoppte ein Autofahrer, der sich auch nach langem Zureden nicht von seiner Funktion als Luft abbringen ließ.“ Um ihn nicht zu beleidigen, nahm Heukemes das Angebot letztlich an und machte den Fahrer damit überglücklich. Auch an einem Grenzposten an der Grenze von Kalifornien zu Mexiko gab es Hilfe in Form von Wasser und einem Stuhl.

Mit dem Wolf zum Tagesziel


Die Nacht zum Tag gemacht, startete Heukemes dann schon um 20 Uhr, bei immer noch knapp 30 °C. Die Strecke verlief zum größten Teil am Colorado River. „Gerne hätte ich mich zu einer Abkühlung hineingestürzt“, sagt Heukemes. Doch da die Entfernung dorthin zu groß war, um einmal darin zu schwimmen, musste dem erhitzten Kopf ein Eimer mit Eiswasser genügen. „Ich laufe circa 6,5 Kilometer, dann trinke ich etwas und esse Früchte mit Quark, Ei oder auch ein Wassereis.“ Und das wiederholt sich dann immer wieder. Alleine kämpfte er sich immer durch die Nacht, bis ihm dann plötzlich ein Wolf begegnete und ihn bis zu seinem ersehnten Ziel, dem Wohnmobil begleitete. „Angekommen bekämpfte ich ihn mit Q10“, lacht Heukemes.

Mit Andrea startete Heukemes in die wieder einmal warme Nacht mit Temperaturen um die 36 °C. „Ich dachte, ich laufe in der kühleren Nacht mit. Aber denkste“, sagt Andrea. Der heiße Gegenwind und der glühende Asphalt machten die gemeinsamen 10 Kilometer zur Tortur. Bei dem alleinigen Lauf von Heukemes wurde es dann jedoch immer wieder brenzlig. „Die drückende heiße Luft und der glühende Asphalt führten dazu, dass mir immer wieder meine Augen zu fielen“, erzählt er. Und so musste er zwangsläufig vom Laufen ins Gehen übergehen. Aber wenn er dann kruze Zeit einschlief zog es ihn immer weiter in die Fahrbahnmitte, was nicht ganz ungefährlich ist. Auch nicht mitten in der Nacht, da zu dieser Zeit sehr viele Trucks unterwegs sind. Mit der richtigen Motivation und dem immer wiederkehrenden Gedanken: „Du musst mal wieder laufen“ arbeitete er schließlich seine Tagesetappe einfach ab.

Und dennoch: „Unser Achim hat selbst dann, wenn er bis weit über das Vorstellbare hinausgeht, immer noch einen lustigen Spruch auf den Lippen“, sagt Markus. Bleibt zu hoffen, dass das auch so bleibt.

Fotos: red



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