27.07.2011, 11:18 Uhr
Von Alexander Gradl
BAYREUTH. Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier haben auf der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth die "Tannhäuser"-Neuinszenierung von Sebastian Baumgarten mit dem Hinweis auf künstlerische Freiheit auf dem Grünen Hügel gerechtfertigt.
Dramaturg Carl Hegemann zeigte sich unglücklich darüber, dass "so viele uns nicht verstanden haben". Das Regie-Team habe eine normale Inszenierung gewollt.
"Disparat wie Ihre und unsere Vorstellungen"
Bezugnehmend auf das Hegemann-Zitat "In der dionysischen Welt assimilieren wir mit dem Schlamm" kam aus dem Publikum der Einwand, das sei Bayreuth doch nicht würdig, man hätte sich einmal die Aufführungen anderswo ansehen sollen. Hegemann entgegnete den Zuschauern, Tannhäuser sei "disparat wie Ihre und unsere Vorstellungen", er sei froh, dass "Sie Ihr Bordell nicht bekommen haben".
Hegemann beendete die Diskussion mit den Worten: "Baumgarten ist nicht Volksbühne und Bayreuth ist auch nicht deren Dependance. Ich finde den Mut der Festspielleitung gut."
Passend zu dem Thema Berliner Volksbühne kam auch die Frage auf, weshalb man Frank Castorf, Intendant der Volksbühne, für den Ring 2013 haben wolle. Katharina Wagner sagte, sie finde Castorf genial. "Warum nicht Dieter Dorn?" - "Er macht den Ring 2012 in Genf."
Festspiele das Thema
Die in den Boulervardmedien bediente Diskussion um das schlanke Auftreten Katharina Wagners kommentierte Eva Wagner-Pasquier schlicht mit "Thema ist nicht, dass meine Schwester so schlank ist, sondern sind die Festspiele".
Foto: Lammel
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