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26.07.2011, 17:13 Uhr

 

Der Norweger Sigurd Sundby spielt auf der Naturbühne den Mephisto – und hat dort eine künstlerische Heimat gefunden

Von Ute Eschenbacher

TREBGAST. Erst seine zweite Spielzeit ist es in Trebgast. Und doch macht der Norweger Sigurd Sundby auf sich aufmerksam wie kaum ein anderer. In diesem Jahr übernahm er die Rolle des Mephisto im „Faust“ von Regisseur Michal Sykora.

 

Dämonisch, verschlagen, triebhaft: Der Mephisto in Goethes „Faust“ ist für Sigurd Sundby eine Traumrolle. Foto: Ritter

Kaum zu glauben, dass er, der den Teufel so großartig verkörpert, beim ersten Lesen des Textes in Versform kaum etwas davon verstand, wie er im Kurier-Gespräch verrät. „Faust ist heute so aktuell wie damals. Goethe schreibt aus der Seele des Menschen. Das ist modern. Goethe ist immer modern“, sagt der ausgebildete Schauspieler. „Man muss sich nur darauf einlassen.“ Der Zuspruch des Publikums der stark auf optische Effekte setzenden Inszenierung gibt ihm recht. Das Stück komme besser an, als er sich erhofft habe, sagt Sigurd Sundby. „Dafür sind wir alle sehr dankbar und froh.“ Wir treffen uns neben dem Restaurant der Naturbühne im Freien an einem Spieltag, eineinhalb Stunden vor der Aufführung. Wie Engländer verzichten auch die Norweger auf das Sie. Der blonde Schauspieler wirkt locker und entspannt. Ohne Kostüm und Maske, und ohne Plateauschuhe, wirkt der Schauspieler kleiner als auf der Bühne.

Er treibt alles auf die Spitze

Der Mephisto, sagt er, sei natürlich eine Traumrolle: „In der ganzen Welt gibt es wohl ein Dutzend Rollen, die man aufzählen würde, wenn man nach seiner Traumrolle gefragt wird. Dazu zählt sicher Hamlet und der Mephisto auch, ganz klar. Das ist ja Weltliteratur. Goethe schafft es auf eine ganz besondere Art, seine Charaktere lebendig darzustellen.“ Der Dichter imponiert ihm, sein Intellekt, seine Sprachgewalt. „Er treibt alles auf die Spitze. Schließlich hat er sein ganzes Leben mit dem Faust verbracht. Das ist alles sehr konkret, direkt, das ist Feuer.“ Der 36-Jährige spielt den Verführer und Widerpart des Gelehrten Faust zum ersten Mal. Jedoch hat er sich mit dem Stoff bereits früher auseinandergesetzt. Denn auch in Norwegen zählt der Klassiker Goethe zur Pflichtliteratur in der Schule. Sigurd Sundby stammt aus einer Künstlerfamilie, der Vater ist freiberuflicher Schauspieler, die Mutter hat den Schauspielerberuf aufgegeben und sich zur Lehrerin umschulen lassen. Wie ihr Sohn spielt sie aber noch Amateurtheater. Schon als Jugendlicher übernahm Sigurd Sundby kleine Rollen im Fernsehen.





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