19.07.2011, 08:20 Uhr
BAYREUTH. Zum 100. Mal finden vom 25. Juli bis 28. August die Festspiele statt. Besucher aus der ganzen Welt zieht es dann wieder in das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel, um die aufwendigen Inszenierungen und die Werke Richard Wagners zu erleben: künstlerische Leistungen, an denen auch Handwerker einen wichtigen Anteil haben. Maßschneider, Maskenbildner, Instrumentenbauer, Schreiner und viele weitere Handwerker sorgen mit Sachverstand und individuellen Anfertigungen dafür, dass jede Aufführung zu einem Erlebnis wird.
Die Bayreuther Festspiele zählen zu den renommiertesten Veranstaltungen in der Klassik- und Theaterwelt. Mit den Aufführungen der Hauptwerke Richard Wagners werden jedes Jahr aufs Neue künstlerische Meisterleistungen vollbracht. Aber auch ein solch bedeutendes kulturelles Ereignis kommt nicht ohne die vielfältige Unterstützung des Handwerks aus. In den Werkstätten des Festspielhauses bauen Schreiner und Metallbauer passgenau jedes noch so ausgefallene Kulissenelement, Maßschneider fertigen mit Präzision und Liebe zum Detail aufwendige Kostüme, Maskenbildner verwandeln die Darsteller in Fantasiefiguren und Elektroniker betreuen die komplexe Bühnentechnik. Darüber hinaus arbeitet die Festspielleitung mit vielen Betrieben aus der Region zusammen. Handwerker mit ihrem Fachwissen und ihrer Flexibilität sind so wichtige Akteure des Festspielbetriebs. In Bayreuth zu spielen, ist selbst für erfahrene Musiker eine Ehre. Im Orchester bringen sie die außerordentliche Akustik des denkmalgeschützten Zuschauerraums zur Geltung. Nehmen ihre oft alten und empfindlichen Instrumente dabei unverhofft Schaden, lassen sie nur die Meister des Instrumentenbaus ans Werk. Zu ihnen gehört Gottfried Raabs. Seit Jahren steht der Geigenbaumeister aus Bubenreuth Orchestermitgliedern in Notfällen zu Seite und repariert während der Festspiele beschädigte Geigen, Violinen, Violas oder Cellos.
Klirrende Instrumente
„Besonders, wenn extreme Witterungsbedingungen herrschen, etwa sehr hohe Temperaturen oder eine hohe Luftfeuchtigkeit, kann es passieren, dass sich geleimte Stellen öffnen und das
Instrument anfängt, zu klirren. Meine Aufgabe besteht dann darin, den alten Leim zu entfernen, die betroffene Stelle zu säubern und neuen Leim aufzutragen“, erläutert Raabs.
Erst dann kann ein Instrument wieder seinen vollen Klang entfalten. Das Spektrum seiner Reparaturen reicht aber noch viel weiter. „Manchmal kommt es auch vor, dass der Stimmstock gerichtet
werden muss oder sogar ein neuer Steg nötig ist“, so Raabs. In jedem Fall erfordert seine Tätigkeit an den filigranen Streichinstrumenten Sorgfalt, Präzision und nicht
zuletzt ein gutes musikalisches Gehör.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Printausgabe am Dienstag.
Symbolbild: Kolb
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