Donnerstag 24.05.2012, 22:45 Uhr
E-Mail: Passwort:



14.07.2011, 17:18 Uhr

 

Bewährung für Fußtritte gegen Kopf

Von Manfred Scherer

BAYREUTH/PEGNITZ. Eineinhalb Jahre Bewährungsstrafe für Fußtritte gegen den Kopf eines schon am Boden liegenden Opfers – man möchte meinen, dass jemand, der für eine solch brutale Tat nicht ins Gefängnis muss, ein solches Urteil nicht anficht. Ein junger Mann aus Pegnitz legte gegen die eineinhalb Jahre Berufung ein – nicht, weil er sich für unschuldig hält, sondern weil er nicht als vorbestraft gelten will. Dies schaffte er.

 

Der scheinbar irrationale Hintergrund des Falles ist schnell aufgelöst: Der junge Mann war bei der Tat Ende März 2010 noch 19 Jahre als, gilt vor dem Gesetz also als Heranwachsender. Heranwachsende können unter bestimmten Voraussetzungen nach Jugendrecht abgeurteilt werden. Eine der Besonderheiten des Jugendrechts: Jugendstrafen, die zur Bewährung ausgesetzt sind, erscheinen nicht im polizeilichen Führungszeugnis, wenn der Verurteilte die Bewährung durchsteht.

Der aus Kasachstan stammende Angeklagte hatte am 20. März am Pegnitzer Schlossplatz mit anderen gezecht und morgens um 2 Uhr einen Fußgänger nach einer Zigarette gefragt. Als der Angesprochene erklärte, lediglich Drehtabak zur Verfügung zu haben, forderte der Angeklagte den Mann auf, ihm eine Zigarette zu drehen. Dies lehnte der Gefragte ab und bekam Faustschläge als Quittung. Durch die Schläge ging der Attackierte zu Boden. Dem bereits niedergestreckten Opfer versetzte der Angeklagte Fußtritte und weitere Faustschläge. Dafür hatte das Jugendschöffengericht im April 2011 in erster Instanz die Anwendung von Jugendstrafrecht verneint und ihn gegen die Empfehlung des Jugendamtes nach Erwachsenenstrafrecht abgeurteilt.

Jugendstrafrecht für die Karriere

Im Berufungsprozess vor dem Landgericht sagte der Verteidiger Hilmar Lampert, man wolle eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht und der Angeklagte fügte hinzu: „Ich will im Beruf noch was erreichen.“

Die Frage, ob der junge Mann charakterlich eher ein Jugendlicher ist, war umstritten: Einerseits lernte er nach seiner Übersiedlung im Jahr 1999 schnell deutsch, war in der Schule und im Ausbildungsberuf erfolgreich. Andererseits wuchs er in einem fremden Land ohne Vater auf, was für Reiferückstände spricht.

Die Jugendkammer beurteilte im Wesentlichen die Tat des Angeklagten als jugendtypisch. Der Vorsitzende bezeichnete die Frage nach der Zigarette und die Prügel für die verneinende Antwort geradezu als Klassiker in dieser Hinsicht. Bei den eineinhalb Jahren auf Bewährung blieb es, die Strafe änderte das Gericht in Jugendstrafe ab.

Symbolbild: pa




Artikel posten

Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Shortnews Bookmark bei: Google Bookmark bei: Facebook mit Twitter versenden




Kommentare

Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.


mehr zum Thema
zurück   weiter


KURIER-NEWSTICKER
KURIER-TV
SONDERTHEMEN

Ankommen in Bayreuth

Kurioses

Aus der Schatz-Truhe

Kurier-Eurotrainer

Leser fragen Forscher

BT24 - Die Region von A-Z
null
null
null
BAYERISCHER RUNDFUNK
Rundschau News
BayernwetterVerkehr in Bayern

 




MONEYSPECIAL
Facebook - Twitter - Mobil
DIGITALE BEILAGEN
Modernisieren 2011 Maisels FunRun Kinder-Kurier 05 Biergartenpass 2012 Ku-Leserreisen FZ Baumagazin 2012 Kurier Card BRK Jahrbuch 2010 Bauen und Wohnen Kurier-Baumesse Tschakka-Bay Kurier Card Ratgeber Gesundheit FZ Baumagazin 211 Wonneproppen 2011 Kurier Shop 2011 Weihnachtliches BT Wirtschaft 10 2011 Weihnachtliches BT Ausbildungsmesse in Bayreuth 6.City-Autosalon Pegnitz Ratgeber Gesundheit Service-König 2011 Heimat-Kurier Heimat-Kurier Kurier Shop Bauen u.Wohnen 2011 BBC-Magazin Umwelt u. Energie
Moderni- sieren 05-2012
Maisels FunRun 2012
Kinder-Ku 05-2012
Biergarten- pass 2012
Ku-Leser- reisen 04-2012
FZ Bau- magazin 2012
Ku-Card 03-2012
BRK Jahr- buch 2011
Bauen u. Wohnen 02-2012
Kurier-Baumesse 02-2012
Tschakka- Bay
Genießer- pass 2012
Ratgeber Gesundh. 2012
Faszina- tion 3D 2011
Wonne- proppen 2011
Kurier Shop 2011
Weihnachtl. Bayreuth 2011
Wirtschaft 10-2011
Ortsport. Bindlach 2011
Ausbildungsmesse in Bayreuth
Autosalon Pegnitz 2011
Top-Arbeit- geber
Service- König 2011
VG Mistelbach 05-2011
Heimat-Ku 02-2011
Kurier Shop
Baumesse 2011
BBC- Magazin 2010
Umwelt u. Energie
UMFRAGE

Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?

Klar. So ein Bad gehört einfach in eine Tourismusgegend wie das Fichtelgebirge!
Quatsch. So ein Bad macht nur Minus. Das braucht kein Mensch!
Mir ist es vollkommen egal, was in Fichtelberg passiert!
Info
Medienführerschein
1
KINO-NEWS

WEITERE ONLINEPORTALE

zum Seitenanfang
www.bayreuth.de | www.festspiele.de | www.bt24.de