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06.07.2011, 21:07 Uhr

 

Horizonte steigt bei Schoko ein

Von Gunter Becker

BAYREUTH. Der gemeinnützige Verein Horizonte wird die Trägerschaft für die ehemalige Süßwarenfabrik, kurz Schoko übernehmen. Oberbürgermeister Michael Hohl sagte gestern vor Ort, wo die mobile Bürgerversammlung auf ihrer Tour durch den Norden der Stadt einen Halt einlegte, dass die Verhandlungen mit dem Verein Horizonte abgeschlossen und der Vertrag damit unterschriftsreif sei.

 

Der Empfang war nicht nach jedermanns Geschmack: Mit Transparenten hatten Jugendliche die Teilnehmer der radelnden Bürgerversammlung überrascht, als diese die Schoko erreichten. Man lasse sie hängen, kritisierten die Schoko-Nutzer, weil ihnen wohl die Lobby fehle. Was die Protestierenden nicht wissen konnten, verkündete Oberbürgermeister Michael Hohl: Der Verein Horizonte werde zukünftig das Projekt federführend fortsetzen.

Nur Erdgeschoss

Im momentanen baulichen Zustand sei das Gebäude nicht nutzbar, machte Peter Krodel, stellvertretender Leiter des Jugendamtes, keinen Hehl aus dem maroden Zustand der Schoko. Man wolle aber die Sanierung fortsetzen, um das ehemalige Fabrikgebäude in ein Jugend- und Kulturzentrum umzubauen. Allerdings werde die Einrichtung ausschließlich im Erdgeschoss eingebaut, da das Obergeschoss wegen baulicher Mängel nicht nutzbar sei. Unter anderem sei die Decke nicht mehr ausreichend tragfähig.

Im Erdgeschoss, wo sich bereits eine rund 500 Quadratmeter große Skateanlage befindet, würden ein Café eingerichtet, mehrere Büros, Umkleide- und Lageräume sowie Toiletten. Abgerundet würden die Sanierungs- und Ausbaupläne durch einen rund 300 Quadratmeter großen Multifunktionsraum. Die Instandhaltung werde, erklärte Krodel, mit einem neuen Kooperationspartner fortgeführt.

Name noch unklar

Den Namen des Vereins zu nennen, der neu ins Schoko-Boot klettert, überließ Krodel seinem Dienstherrn. Die Verhandlungen mit dem Verein Horizonte seien so weit fortgeschritten, dass der Vertrag unterschriftsreif sei. Danach werde die Instandhaltung der Schoko fortgeführt.

Die Kritik der Jugendlichen ließ Hohl nicht unkommentiert. Die Stadt habe die Schoko „für euch“ gemietet und gesichert. Damit hätte der Verkauf des Gebäudes verhindert werden können. Dann hätte man das Gebäude so weit erhalten, bis es aufgrund seines maroden Zustandes nicht mehr weiter möglich gewesen sei. Das , habe auch damit zu tun, dass die langen Verhandlungen mit dem Verein Kulturkraft ergebnislos abgebrochen werden mussten. Den Jugendlichen versicherte Hohl, dass sie entgegen dem Text auf einem ihrer Transparente sehr wohl eine starke Lobby besitzen würden.

Lärmbelästigung

Neben der aufwendigen Sanierung des Gebäudes werden die Betreiber noch mit einer zweiten Widrigkeit zu kämpfen haben. Anwohner Josef Baier kündigte an, dass er nicht noch einmal Zeiten erleben wolle, in denen er keinen Schlaf finden konnte, weil ihn der Lärm aus der Schoko am Schlafen hinderte. Und er lud Hohl ein, in seinem Garten dem Lärm zu lauschen, den die Skater auf der Straße verursachen würden.

Foto: Lammel




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