02.07.2011, 12:05 Uhr
Von Stefan Linß
HIMMELKRON. Bei Plagiaten kennt Manfred Zieher kein Pardon. Der Geschäftsführer traute seinen Augen nicht, als er auf der Hotelmesse in Dubai an einem chinesischen Stand die eigene Buffetserie „Skyline“ entdeckte. Die Designprodukte aus Himmelkron sind begehrt und weltweit in den nobelsten Restaurants zu finden. Mit einem Drei-Mann-Betrieb in St. Georgen fing vor 25 Jahren alles an.
Die chinesischen Händler hatten in Dubai sogar den Ausstellungskatalog originalgetreu kopiert. „Früher war ich stinksauer über so was. Heute sag ich: Wir müssen gut
sein, wenn die uns so aufwendig kopieren“, sagt Zieher. Das nachgemachte Geschirr mussten die Chinesen auf Druck der Messeleitung entfernen. Mit der Qualität aus Himmelkron konnten sie
ohnehin nicht mithalten. „Unsere Produkte kosten viel Geld, deshalb sind wir unseren Kunden auch schuldig, dass wirklich alles perfekt ist“, sagt der Geschäftsführer.
Der Zieher-Werbekatalog verspricht für die Serie „Skyline“ ein Manhattan-Feeling am Buffet. Die exklusiven Speisen werden auf Säulen aus gehämmertem Edelstahl
präsentiert, die innen mit LED-Leuchten illuminiert sind. Buffetplatten aus satiniertem Glas oder Schiefer können individuell eingeschoben werden. Darauf stehen dann die
Designschälchen mit den leckersten Gaumenfreuden. „Wer 2500 Euro und mehr für die Nacht im Hotelzimmer hinlegt, den erwarten im VIP-Bereich und in der Lounge diese
Häppchen“, sagt Zieher. Fünf-Sterne-Hotels in Hongkong, Indien und Dubai servieren die Speisen auf den Himmelkroner Gastronomieprodukten. „Ausgerechnet die aufregendsten und
vielleicht auch arrogantesten Abteilungen der Spitzenhotels interessieren sich für unsere Produkte.“
Vor sechseinhalb Jahren begann der eigentliche Siegeszug des Familienbetriebs aus Oberfranken. Denn der Meilenstein in der Entwicklung war der Entschluss im Jahr 2005, eine weltweite Marke aufzubauen. Manfred Ziehers Sohn Oliver, ein gelernter Massivholzschreiner mit Meisterprüfung, trat ins Unternehmen ein. Es stellte sich schnell heraus, dass er ein außergewöhnliches Geschick für Design besitzt, erinnert sich Manfred Zieher: „Mit Knetmasse und Gips hat er seine ersten Produkte modelliert.“ Die Himmelkroner wagten einen ersten Auftritt bei der Messe in Dubai, die nicht erst seit dem jüngsten Plagiatsfall eine besondere Bedeutung für Zieher hat.
Komplette Lösungen
„Dort erwartete uns ein positiver Schock. Nur die nobelsten Hotels sind auf uns aufmerksam geworden, dabei wäre das eine oder andere Vier-Sterne-Hotel schon ein großer Erfolg gewesen“, sagt der Geschäftsführer. Seit Dubai besetzt Zieher die Nische des Gastronomiebedarfs für den anspruchsvollen Restaurantbereich. Was das Unternehmen zur Konkurrenz besonders unterscheidet, sind die Komplettlösungen. „Früher hat die Porzellanfabrik Porzellan und die Glasfabrik Glas gemacht. Heute fügen wir alles zusammen und bieten ganze Systeme an“, sagt Zieher. Materialien wie Stein, Perlmutt und Kunststoff sorgen für das gewisse Etwas. Im Rahmen des Bürgerfestes „St. Georgen swingt“ feiert Zieher am 9. Juli sein 25-jähriges Bestehen. In Bayreuth hatte er gemeinsam mit seiner Frau Christa den Betrieb als Importunternehmen von Bedarfsartikeln für die Gastronomie gegründet. Als es dort zu eng wurde, zog die Firma 1998 ins Industriegebiet nach Himmelkron. Dort ist die Zieher KG gewachsen und beschäftigt mittlerweile 42 Mitarbeiter.
Foto: Linß
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| zurück | weiter |
| Uni-Studio besteht Test 24.05.2012 |
![]() |
Fichtelberg: Kristallbad zerstört, Brandursache gesucht 14.05.2012 zum Video |
![]() |
Nach dem Großbrand im Kristallbad Fichtelberg 13.05.2012 zum Video |
![]() |
Adieu Michael Hohl 25.04.2012 zum Video |
![]() |
Prominenz beim 4. Bayreuther Ökonomiekongress 10.05.2012 zum Video |
![]() |
BBL-Beirat und Uni-Prof: Herbert Woratschek im Porträt 27.04.2012 zum Video |
Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?