02.07.2011, 11:40 Uhr
Von Gunter Becker
BAYREUTH. Die Jean-Paul-Schule erhält ein weiteres Profil: Sie wurde als einzige Regelschule in Stadt und Landkreis Bayreuth vom bayerischen Kultusministerium als Schule mit dem Profil Inklusion auserwählt. Schulleiterin Heidrun Weber bezeichnet die Wahl als eine Bereicherung, aber auch Herausforderung für Schule, Eltern und Kinder.
Bayernweit hat das Kultusministerium 37 Schulen ausgesucht, die das Profil Inklusion erhalten. Diese Regelschulen seien besonders der Inklusion von Menschen mit Behinderung verpflichtet und sollen deshalb zu „Motoren für ein neues Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung“ werden, verkündet das Ministerium. Noch hat die Jean-Paul-Schule keine offizielle Bestätigung, dass sie zur Schule mit dem besonderen Profil Inklusion erkoren werden soll. Laut Rektorin Weber sei die Schule von der Regierung von Oberfranken aufgefordert worden, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Nach Rücksprache hätten sich alle Lehrer der Schule dafür ausgesprochen, sich um das Profil zu bewerben.
Zwei Gründe
Dass die Regierung die Jean-Paul-Schule herausgeguckt hat, hat laut Weber zwei Gründe. Zum einen verfüge man über Erfahrung bei der Unterrichtung von Kindern mit körperlichem Handicap. Zum anderen hätten 20 Prozent der Schüler der Jean-Paul-Schule einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Und rund 76 Prozent der Schüler würden in einem nicht deutschsprachigen Elternhaus aufwachsen. Die Jean-Paul-Schule erhält aber nicht nur das Profil Inklusion, sondern gehört auch zu dem auserwählten Kreis von bayernweit zwölf Schulen, in denen ab dem kommenden Schuljahr Klassen mit einem Lehrertandem eingerichtet werden. Noch sei diese Auswahl ebenfalls nicht offiziell bestätigt, die erst dann zustande komme, wenn in einer Klasse mindestens sieben Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf unterrichtet würden. Geleitet würde diese Klasse dann von je einer Lehrkraft aus dem Grundschul- und dem Förderschulbereich, wobei Letztere der Schule dann fest zugeteilt würde. Noch fehlen der Jean-Paul-Schule jedoch die infrastrukturellen Einrichtungen wie Fahrstuhl, Pflegeräume und Behindertentoiletten. Die Stadt Bayreuth sei jedoch in den Antrag involviert gewesen und werde im nächsten Haushalt die notwendigen Mittel für Um- und Ausbaumaßnahme einstellen.
Foto: Höreth
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