29.06.2011, 20:01 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. Mit viel Wohlwollen und einigen Detailfragen, die allerdings nicht von Inga Hahn, der Gewinnerin des Ideen- und Realisierungswettbewerbs der Landesgartenschau 2016, beantwortet werden konnten, hat der Stadtrat am Mittwochnachmittag den Siegerentwurf aufgenommen. Es grenzte fast an Überschwang, wie einige Mitglieder des Gremiums auf die Vorschläge des naturbelassenen Auenraums und der Kabinettgärten als Kontrast reagierten.
Inga Hahn vom Büro Hahn Hertling von Hantelmann skizzierte anhand ihrer Entwürfe, deren Umsetzung sie von ihrem Berliner Büro aus verfolgen will, den Plan: Ziel sei es, „die enge Verbundenheit der Stadt mit dem Roten Main wieder herauszuarbeiten. Der erste Ansatz ist, dem Fluss wieder seine Eigendynamik zurückzugeben. Der Main soll von Gehölzgruppen gefasst werden, die Aue möglichst frei bleiben.“ Der Park, der für die Landesgartenschau und die Zeit danach grob im Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Hölzleinsmühle geschaffen werden soll, soll die Schnittstelle zwischen Innenstadt und Eremitage werden. Immer im Blick: „Die Tatsache, dass sich Bayreuth an den Main anschmiegt“, sagte Hahn.
Ausnutzung der Topographie
Die Landschaftsarchitektin nutzt bei ihrem Entwurf die Topographie der Mainaue komplett aus: Die Landschaftskabinette, die sie vorsieht, sind verschiedenen Bereichen zugeordnet. Neben Sport, Kultur, Theater, Gastronomie – im Bereich der Bühne des geplanten Auensees – soll es auch eine Landschaftsrampe geben, die den Blick über die Autobahn hinweg in die Landschaft Bayreuths freigibt. Die Landschaftskabinette, die mit klaren Linien und Baumreihen in die Wälder eingeschnitten werden sollen, nehmen die Ideen der Markgräfin Wilhelmine auf, die ebenfalls mit Sichtachsen in ihren Parks gearbeitet hat. Eingearbeitet in das Konzept der Berlinerin, deren Büro sich gegen 41 Mitbewerber durchgesetzt hat, sind die möglichen Überschwemmungsgebiete des Gartenschaugeländes, das nach der Schau auch als Bürgerpark weiterbetrieben werden soll. „Als letztes Gebiet für eine mögliche Überflutung sehen wir den Auensee selbst“, sagte sie. Oberbürgermeister Michael Hohl lobte den Entwurf als „sehr kreative und gleichermaßen behutsame Arbeit, an der wir viel Freude haben“. Er schränkte allerdings ein, dass die Stadt erst noch ins Vergabeverfahren einsteigen müsse: „Die Ausführungsplanung muss ausgeschrieben werden. Mit dem Sieg im Ideenwettbewerb hat Inga Hahn nicht automatisch auch die Ausführung gewonnen.“
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