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28.06.2011, 17:01 Uhr

 

Leuschner-Gedenkstätte: Es wird eng

Von Eric Waha

BAYREUTH. Die jahrelange erfolgreiche Arbeit der Leuschner-Stiftung in der Gedenkstätte in Wilhelm Leuschners Geburtshaus in der Moritzhöfen hängt offenbar am seidenen Faden. Zum 30. Juni 2012 läuft der Mietvertrag für die Räume der Gedenkstätte aus, die Stiftung müsste schon Ende diesen Jahres ausziehen. Sowohl der Stiftungsvorstand als auch der Förderverein appellieren an die Stadtverwaltung, schnellstmöglich tätig zu werden.

 

Für Wolfgang Hasibether, den geschäftsführenden Vorstand der Wilhelm-Leuschner-Stiftung, sind Stiftung und Gedenkstätte untrennbar miteinander verbunden. Aus dem Grund setzt Hasibether darauf, wie er im Kurier-Gespräch sagt, dass die Stadt mit dem Eigentümer des Leuschner-Geburtshauses in Verhandlungen über einen Kauf des Hauses einsteigt. „Wir haben keine Chance, die Gedenkstättenarbeit weiter zu führen, wenn das Haus keine öffentliche Angelegenheit wird“, sagt Hasibether. Geht das Haus nicht ins Eigentum der öffentlichen Hand über, können keine Mittel aus der Bayerischen Gedenkstättenstiftung beantragt werden. 

Keine Auskunft

In einem Brief an die Unterstützer der Stiftung und der Gedenkstätte schreibt Hasibether, dass die Stadtverwaltung einen Mietvertrag ausgehandelt habe, der einen Mietpreis beinhalten würde, der „zu 100 Prozent über dem Marktpreis liegt“. Der Stadtrat habe „diese Offerte abgelehnt und will Neuverhandlungen, beziehungsweise einen Hauskauf“, schreibt Hasibether. Zu dem Punkt will der städtische Kulturreferent Carsten Hillgruber auf Nachfrage des Kuriers keine Stellungnahme abgeben. „Die Gespräche haben in nichtöffentlicher Sitzung stattgefunden und dazu sage ich auch nichts.

Was man sagen kann: Es wird in Kürze Gespräche zwischen Wolfgang Hasibether und dem Oberbürgermeister geben.“ Die Stadt komme für Miete und städtisches Aufsichtspersonal auf, aus seiner Sicht sei „die städtische Gedenkstätte nicht gefährdet“, sagte Hillgruber, der ausdrücklich das Engagement Hasibethers, der Stiftung und die pädagogische Arbeit, die in der Leuschner-Gedenkstätte seit rund zehn Jahren geleistet werde, lobte. Peter Weintritt, der Vorsitzende des Fördervereins des Leuschner-Hauses, sagte nach der Hauptversammlung des Vereins im Kurier-Gespräch, die Zukunft der Gedenkstätte sei aus seiner Sicht „völlig offen“. Tenor in der Sitzung des Fördervereins sei es gewesen, dass man alles daran setzen werde, dass „das Haus angekauft und in seiner jetzigen Form erhalten wird“.

Foto: Ritter




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